Berlin - Als Annalena Baerbock im April zur Kanzlerkandidatin der Grünen gekürt wurde, entstand ein Hype. Die Umfragen zogen an, sie war auf dem Titel vom Stern und vom Spiegel. Nach etlichen Pannen – etwa Probleme bei der Meldung von Nebeneinkünften und Unregelmäßigkeiten beim Lebenslauf – kippte es. Zuletzt warf ihr ein Medienwissenschaftler aus Österreich vor, in ihrem jüngst erschienenen Buch Quellen nicht korrekt gekennzeichnet zu haben.

Seitdem ist immer wieder zu lesen, dass Baerbock besonders hart angegriffen werde, weil sie eine Frau sei. So sagt Kristina Lunz, Mitgründerin des Centre for Feminist Foreign Policy dem Münchner Merkur: „Wir haben Annalena Baerbock, jung, Mutter, typisch weiblich, die es wagt, nach der Macht zu greifen. Als Reaktion darauf beobachten wir peinliche Diffamierungsversuche.“ Auf Twitter schrieb eine Nutzerin: „Es ist die Misogynie, die Laschet alles vergibt und Baerbock alles wegfrisst.“ Die Publizistin Jagoda Marinic meinte vor einigen Wochen in der SZ: „Zum ersten Mal ist eine feministische Partei erfolgreich genug, um eine Kanzlerkandidatin zu stellen. Seitdem kann man jeden Tag beobachten, wie Frauenhasser die Kandidatin am liebsten über Nacht aus dem Wettbewerb hassen würden.“

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