Berlin - Dass Wohlstand im kapitalistischen System kaum für alle zu erreichen ist, kann nur noch für die allerwenigsten ein Geheimnis sein. Der freie Markt regelt’s immer öfter, immer aggressiver für ohnehin schon Privilegierte, alle anderen strampeln sich darunter ab, immer auch mit der Hoffnung, vielleicht mal zu denen „da oben“ zu gehören. Oder zu akzeptieren, dass schlecht bezahlte Arbeit Mittel zum Leben geworden ist.

Dass der enthemmte Markt immer mehr ein Kampf ums Überleben wird, nicht nur im Globalen Süden, beweisen jetzt Zahlen aus Deutschland. Eine aktuelle Untersuchung der gewerkschaftsnahen Hans-Böckler-Stiftung zeigt, dass Geringverdienende deutlich seltener gegen Covid-19 geimpft sind als Wohlhabende. Nur 49 Prozent der Arbeiterinnen und Arbeiter im untersten Fünftel der Lohnverteilung gaben demnach im Juni an, mindestens einmal geimpft worden zu sein. Insgesamt bekam nicht einmal jeder vierte Mensch mit geringem sozio-ökonomischen Status schon die zweite Spritze. Zum Vergleich: Von den Spitzenverdienenden im obersten Lohnfünftel bekamen schon 71 Prozent eine Impfung, ein knappes Drittel obendrein die erfolgsversprechende zweite Dosis.

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