Berlin - In den vergangenen Jahren habe ich beobachtet, dass viele nicht-jüdische Akteure hierzulande ihre identitären Komplexe auf Jüdinnen*Juden projizieren. Der jüngste Fall traf den jüdischen Berliner Lyriker und Essayisten Max Czollek. Im Netz und in den Feuilletons wurde in den vergangenen Tagen teils respektlos über die Frage gestritten, ob Czollek als Mensch und Autor jüdisch genug sei oder nicht. Josef Schuster, der Vorsitzende des Zentralrats der Juden in Deutschland, und der Autor Maxim Biller warfen Czollek vor, nur „patrilinearer“ und damit „kein echter“ Jude zu sein. Sie sprachen Czollek damit die Legitimität ab, über jüdische Themen zu publizieren. Diese halachischen Debatten sind in jüdischen Communitys nicht neu. Sie haben teils einen komplexen und althergebrachten Ursprung in der jüdischen Theologie, mit dem ich mich hier nicht weiter befassen werde. Weder bin ich jüdisch, noch bin ich ein Theologe.

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