Berlin - Monira Al Qadiri trägt einen violetten Perlenohrring, der petrolblau schimmert. Der Effekt erinnert an jene farbige Ölfilme, die man zum Glück immer seltener auf der Straße sieht. Violett, erzählt Al Qadiri, gilt bei den Alarmcodes der Ölindustrie als die gefährlichste Farbe überhaupt − sie zeigt an, dass gleich eine Explosion stattfinden wird. Auf ihrem T-Shirt ist ein Motivdruck mit alienartigen Gestalten, die in den gleichen Violett-, Blau- und Grüntönen leuchten. 

Alienartig geht es weiter. Das Gebäude, in dem sich das Studio der Künstlerin befindet, wirkt wie ein industrielles Raumschiff. In einer abgeschiedenen Gewerbegegend in Charlottenburg schwebt man auf dem Weg zu den überdimensionalen Toren − dem Eingang ihres Studios − über weitläufige, grelle Flure, die, wie der ganze Gebäudekomplex, Teil einer riesigen Baustelle sind. Vorbei an Bauarbeitern und Bohrhämmern auf sandigem Betonboden, öffnen sich Al Qadiris Tore und enthüllen die Zentrale dieses Raumschiffes der Kunst: einen lichtdurchfluteten, sterilen Raum, in dem fünf kolossale Arbeiten der Künstlerin stehen. 

Lesen oder hören Sie doch weiter.

Erhalten Sie unbegrenzten Zugang zu allen B+ Artikeln der Berliner Zeitung inkl. Audio.

1 Monat kostenlos.

Danach 9,99 € im Monatsabo.

Jederzeit im Testzeitraum kündbar.

1 Monat kostenlos testen

Sie haben bereits ein Abo? Melden Sie sich an.

Doch lieber Print? Hier geht’s zum Abo Shop.