Berlin - Wenn zwei afghanische Brüder ihre Schwestern töten, weil der Lebenswandel der 34 Jahre alten Frau und zweifachen Mutter nicht den Moralvorstellungen der 22 und 25 Jahre alten Männer genügt, will die Linke in Berlin nicht mehr von Ehrenmord sprechen. „In Deutschland wird jeden dritten Tag eine Frau von ihrem Partner oder Ex-Partner getötet. Das ist kein Ehrenmord, das ist Femizid“, erklärte die Integrationssenatorin Elke Breitenbach vor gut einer Woche dem Tagesspiegel. Später pflichtete auch der Spitzenkandidat der Linken Klaus Lederer seiner Parteikollegin bei. Die Linken wollen die Motivation der Täter ausblenden und derartige Taten über die Opfergruppe definieren. Doch damit geht mehr verloren als gewonnen wird. Vor allem Präzision. Wer versucht, einen etablierten Begriff wie „Ehrenmord“, unter dem sich die meisten Menschen etwas vorstellen können, durch einen abstrakten, akademischen und aseptischen Terminus wie „Femizid“ zu ersetzen, schadet am Ende der Sache selbst: solche Taten in Zukunft zu verhindern – egal wie ehrenhaft das Ansinnen der Politiker sein mag.

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