Einer meiner größten Schwachpunkte ist mein Gedächtnis, ich verfüge über das Erinnerungsvermögen einer Blattlaus. Wege kann ich mir schlecht merken, ich verlaufe mich selbst nach über zwanzig Jahren regelmäßig in dieser Stadt und bin schon froh, wenn ich mich ohne Kompass in meiner 45 Quadratmeter großen Zweizimmerwohnung zurechtfinde.

Mit anderen Worten: Jeder Supermarktbesuch ist für mich gefühlt der allererste. Dies liegt daran, dass ich mir nie merken kann, wo die Sachen stehen, die ich brauche. Jetzt kommen Sie mir aber bitte nicht mit Einkaufszetteln, denn wenn ich einen schreibe, kann ich ihn entweder später nicht mehr entziffern, oder aber ich vergesse ihn ohnehin gleich zu Hause. Mein Lebensgefährte hingegen schreibt akribische Einkaufszettel. Die kann außer ihm zwar niemand lesen – ich entziffere darauf Worte wie „Karöttels“, „Gorumen“ und „Bortsen“ –, aber er schwört Stein und Bein auf seine kleinen unleserlichen Notizen, die er liebevoll vorbereitet. Und zwar so, dass die Lebensmittel schon in der Reihenfolge aufgelistet werden, wie er sie im Supermarkt vorfindet.

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