Moskau/Berlin - Nina Kraviz ist eine der gefragtesten DJs weltweit. Normalerweise spielt sie live vor Tausenden. Auch wenn das gerade wegen eines Virus nicht möglich ist, hat Kraviz viel zu tun: Sie produziert ein Album, nimmt Gesangsunterricht und hört Bach. Ihr Leben ist bestimmt von der Selbstverständlichkeit einer erfolgreichen Künstlerin, die permanent unterwegs und deren Heimat die ganze Welt ist. Die Identität ist der Rave, und auf dem sind alle gleich.

Schon länger war Kraviz nicht in ihrem Berliner Apartment – seit September ist sie zurück in Moskau. Über Facetime schaue ich in ein Zimmer, das mit seinen Buchenmöbeln an die freundliche Selbstverständlichkeit einer Ferienwohnung an der Ostsee erinnert. Das Moskauer Apartment der Künstlerin befindet sich im Zentrum der Stadt, ganz in der Nähe des Roten Platzes. Auf dem laufen gerade die Vorbereitungen für die Parade am 9. Mai, mit der in Russland alljährlich des Kriegsendes gedacht wird. Ab und an wummert es rhythmisch, das Orchester spielt sich schon mal ein. Eine hübsche Analogie zum pulsierenden Sound der Musikerin, der sich sonst ähnlich vehement aus Club-Lautsprechern auf der ganzen Welt ergießt. Eiskalt und wunderschön klingt das dann, wie ein klarer Gebirgsbach in ihrer sibirischen Heimat.

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