Berlin - Im Atelier steht ein hoher Spiegel auf Rollen. An der Wand die jüngsten Bilder, gemalt in der Pandemiezeit. Ausgangssperren-Isolationsmotive. Kein einziges Mal Berghain für den Berghain-Gänger Norbert Bisky. Motive abgerissener Plakate für Konzerte und Clubnächte, die bis heute nie stattfinden durften. So wie „Matrix 66“. Alles Makulatur.

Draußen, um den Boxhagener Platz, erwacht gerade die ins Koma versetzte Partymeile im Kneipen- und Clubviertel Friedrichshain. In zwei Tagen werden hier Biskys Bilder abgeholt, für die Leipziger G2-Kunsthalle, sein erstes „Heimspiel“. Wohl die meisten identifizieren Bisky mit Berlin. Hier hat er in den Neunzigern an der Universität der Künste bei Baselitz studiert. In Berlin wurde er berühmt für seine Böse-Buben-Bilder, Pioniere am Lagerfeuer, NVA-Soldaten und schwulen Jungs. Sie spiegeln sein frühes Coming-out und die DDR-Geschichte. Bisky ist gebürtiger Leipziger. Sein Vater war der Film-Mann und Linke-Politiker Lothar Bisky. Die Familie zog 1980 nach Berlin, da war Norbert zehn.

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