Venedig/Berlin - Am Straßenstand in Venedig erwarb ich kürzlich einen Hut aus Papier. Nicht etwa eins jener Gebilde, wie man sie sich aus Zeitungsseiten zusammenfaltet, sondern einen wirklichen Hut, weich geformt, gut in der Hand liegend, in zartem Bambusgelb. Durch die Maschen strömt Luft hindurch und dennoch wirft er genug Schatten. Regen macht ihm offenbar nichts aus, bisher jedenfalls nicht. Selbst jener Regen nicht, der von den Alpen her an der Adria nach Süden zurückdrängt. 

Es sind solche, auf den ersten Blick klein wirkenden Innovationen, die unser Leben in den kommenden Jahren vollständig verändern werden. Auf dem Dach des dänischen Pavillons der Architekturbiennale in Venedig wird derzeit Wasser aufgefangen, das dann in Pflanzkästchen, die Wände bilden, regionalen Teekräutern beim Wachsen hilft. Der energiesparende Lehmbau kann schlank und modern sein – wenn man nur, wie hier zu sehen ist, die richtigen Formen findet: gedreht und geschwungen, mit maximaler Stabilität bei minimalem Materialaufwand. Wie leicht wäre es doch, unsere Städte ergrünen zu lassen – bepflanzte man nur all die versteinerten, verbetonierten Abstellplätze und Straßenränder, allem voran aber die Dächer und Außenwände.

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