Berlin - „Niemals habe ich mein Land so geliebt wie jetzt“, notiert Olga Shparaga während ihres Gefängnisaufenthalts in Minsk, Belarus. Dort lernt sie viele weitere Frauen der Protestbewegung kennen, manche bezeichnen sich wie Shparaga als Feministinnen, andere nicht, aber sie alle sind sich einig: Die Diktatur Lukaschenkos muss ein Ende haben. Die Frauen unterstützen einander, teilen alles, was sie besitzen: Bücher, Essen, Hygieneartikel und Wäsche. Aber auch Wissen. So hält Shparaga hinter Gittern Vorträge über Sokrates, Foucault, Menschenwürde und Empathie. In Momenten der Verzweiflung meditiert sie.

Seit der manipulierten Präsidentschaftswahl in Belarus im August 2020 wurde die Philosophin zweimal verhaftet. Sie ist Teil der feministischen Gruppe des oppositionellen Koordinierungsrats. Von ihren Erfahrungen erzählt Olga Shparaga in ihrem sonst eher analytischen Sachbuch „Die Revolution hat ein weibliches Gesicht“. Darin erklärt die belarussische Philosophin den Ursprung der Demonstrationen und analysiert, warum vor allem Frauen die Proteste in Belarus anführten.

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