Berlin - Ich liebe Frituur! Das ist der Name für eine belgische Pommesbude! Ich finde, es gibt nichts Besseres als Pommes, um einen richtig schweren Kater zu vertreiben, oder wenn er ganz schlimm ist, sich zumindest mit der Hilfe von einer großen Portion fettiger frittierter Kartoffelstäbchen darin einzurichten. In meiner flämischen Heimat gibt es Dutzende Varianten des Klassikers. Es geht schon damit los, wie sie die Pommes frittieren. Dass sie doppelt frittiert (das heißt, einmal heiß und danach noch einmal sehr heiß!) werden, das versteht sich von selbst, aber es gibt noch weitere wichtige Variablen: zum Beispiel, welches Fett Sie für das Ausbacken nehmen.

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Ich finde ja, in Gänsefett schmecken Pommes wirklich vorzüglich. Noch besser allerdings schmecken sie, wenn man sie in Rindernierenfett ausbäckt. Das Rindernierenfett bildet sich bei Rindern direkt um die Niere und kann, in Stücke gebrochen, wunderbar ausgelassen werden. Die Engländer frittieren zum Beispiel ihre Fish & Chips traditionell mit diesem rassigen Fett. Und welche Soße isst man jetzt am besten zu den Pommes? In Belgien gibt es unzählige Soßen (Ketchup, Mayonnaise und Sauce Tartare sind nur drei). Ich esse meine Pommes in Belgien am liebsten mit einer dicken dunklen Bratensauce, in der geschmorte Zwiebeln schwimmen. Leider gibt es so etwas in Berlin nicht.

Probieren Sie es aus!

Und wo ist ein Belgier jetzt seine Pommes in Berlin? Ich gehe gerne zu Goldies in der Oranienstraße in Kreuzberg. Denn nur diese Jungs kommen an eine ähnliche Wahlmöglichkeit für einen Pommes-Belag heran, wie ich ihn aus Belgien gewohnt bin. Klar, bei Goldies gibt es auch so „frische“ Belagvarianten wie: Koriander, Basilikumpesto, Hoisin-Pflaumen-Marmelade oder rote Beete. Das muss, glaube ich, so sein im neuen Berlin. Aber eben auch modern interpretierte belgische Klassiker wie: Röstzwiebeln, Beef Ragout, Aioli oder dicke Mayo stehen auf der Karte.

Und ich muss ehrlich sagen, inzwischen habe ich mich auch an die neue Exotik gewöhnt. Denn dick gehobelte Trüffel, Mayo und ein Spiegelei passen zu jeder Pommes. Und was das Beste ist? Die Speisekarte nimmt das Programm schon vorweg: Nasty Fries! Wobei ich meist nicht weiß, ob sich das Wort „nasty“ auf das Essen, den Kater oder den Abend davor bezieht. Ach so: Und bei Goldies können Sie auch noch hervorragendes frittiertes Hühnchen essen. Mir schmeckt das am besten mit grüner Chilibutter, frischer Peperoni, Koriander, frischer Zitrone und Sichuan-Chili-Öl. Probieren Sie es aus!

Goldies, Oranienstraße 6, 10997 Berlin, täglich außer Montag 12.30 bis 21 Uhr.

Bewertung: 4 von 5 Punkten

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