Berlin - In Rodrigo Labarcas Altbau-WG-Zimmer zieht ein zwei Meter hoher Spiegel den Blick auf sich. Das ist schon eine Leistung, denn dieses Kreuzberger Refugium, unweit des Neuköllner Hermannplatzes, ist nicht arm an Blickfängen: Polaroids mit expliziten Sexszenen stehen auf der Fensterbank neben Jesusbildern und einer goldenen Sensenmann-Figur. Hunderte Vinyl-Schallplatten für DJ-Gigs füllen die Regale. Eine vier Meter hohe Wand ist komplett mit einer hundertfach durch den Fotokopierer gejagten Zeichnung des nackten Märtyrers Sankt Sebastian tapeziert, leidend, durchbohrt von Pfeilen – eine Hommage an Derek Jarmans Immernoch-Skandal-Film „Sebastiane“ von 1976. In der Ecke stehen halsbrecherische High Heels in Gold. Hinter der meterlangen Kleiderstange voller Vintage- und Pailettenfummel lässt sich ein Bett erahnen.

Gewaltphantasien und Tanz

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