Lissabon - Auf der südlichen Seite des Flussdeltas in Lissabon steht ein Mann knietief im Schlick. Es ist warm, die Sonne brennt auf seinen freien Oberkörper. Der Mann bückt sich nach vorn. Die Stahlzacken des kleinen Rechens in seiner Hand kämmen schlammige Muscheln aus dem Wasser, er wirft sie in ein Netz, das an seiner Hüfte baumelt. 

Hinter ihm am Horizont werden die Hügel von Lissabon vom Abendlicht angeleuchtet, die Umrisse des Castelo de São Jorge zeichnen sich gegen den rosafarbenen Himmel ab wie auf einem Bühnenbild. Unterhalb des Schlosses breitet sich das Dächermeer Alfamas aus, dem Stadtteil der engsten Gassen der Altstadt, wo der Fado entstanden ist, die portugiesische Musik, die nach vergangener Größe klingt und von Saudade, von Sehnsucht erzählt. Der Touristenstrom, der Alfama den ganzen Tag und die halbe Nacht belebte, ist wegen der Pandemie versiegt.

Lesen oder hören Sie doch weiter.

Erhalten Sie unbegrenzten Zugang zu allen B+ Artikeln der Berliner Zeitung inkl. Audio.

1 Monat kostenlos.

Danach 9,99 € im Monatsabo.

Jederzeit im Testzeitraum kündbar.

1 Monat kostenlos testen

Sie haben bereits ein Abo? Melden Sie sich an.

Doch lieber Print? Hier geht’s zum Abo Shop.