Berlin - „Promising Young Woman“ wird als schwarze Komödie vermarktet. Womöglich macht das werbetechnisch Sinn und lockt mehr Zuschauer in die Kinos. Das wäre bei diesem großartigen Film ein Spiel ohne Verlierer und trotzdem zweifellos Etikettenschwindel. Denn zu lachen gibt es hier nichts. Wenn die Ästhetik zwischendurch Pop und Leichtigkeit suggeriert, dann dient das als Kontrast zur Realität, ist Ausdruck eines Lebensgefühls, das für die Protagonistin Cassie (Carey Mulligan) für immer verloren ist. Denn unter ihren blonden Zöpfen, bunt lackierten Fingernägeln und Blumenkleidern verbirgt sich vor allem Hass.

Cassie ist 30 und lebt noch bei ihren Eltern. Vor einigen Jahren winkte ihr eine vielversprechende Karriere als Ärztin, sie und ihre Freundin Nina waren die besten Medizin-Studentinnen ihres Jahrgangs. Bis Nina auf einer Uni-Party vergewaltigt wurde. Sie meldete den Fall der Direktorin, die Cassie später fragen wird, was sie denn hätte machen sollen. Das Leben eines jungen Mannes zerstören? Außerdem bekäme sie mehrere Anschuldigungen dieser Art pro Woche auf den Tisch. Nina und Cassie verließen die Uni. Nun ist Nina nicht mehr am Leben und Cassie nur noch so halb.

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