Berlin - Es sind harte Vorwürfe, gegen die sich die 26-jährige Lina E. seit Mittwoch vor dem Oberlandesgericht Dresden behaupten muss. Sie sei die Anführerin einer militanten linken Gruppe, die Jagd auf Mitglieder der rechten Szene mache. Bei mindestens zwei von sechs Anschlägen in Sachsen und Thüringen sei E. federführend gewesen und habe die Angriffe vorbereitet. Insgesamt wurden 13 Menschen verletzt, zwei potenziell lebensbedrohlich.

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Die Bundesanwaltschaft ist von E.s Schuld überzeugt, klagt sie und drei Männer wegen Mitgliedschaft in einer kriminellen Vereinigung, schweren Landfriedensbruchs, gefährlicher Körperverletzung und Sachbeschädigung an. Seit über 300 Tagen sitzt die nicht vorbestrafte Leipzigerin deswegen in Untersuchungshaft, die drei Mitangeklagten sind noch auf freiem Fuß. Eine Haftprüfung scheiterte im Juni, bei E. bestehe Fluchtgefahr hieß es damals im Bundesgerichtshof.

Der Prozess gilt als umstritten, das Medienecho ist groß. Die Bild-Zeitung titelte bereits im Herbst mit „Chaotin im Minirock“, die junge Frau gilt als Beweis für „linksextremistische Umtriebe“ in Leipzig-Connewitz. Auch die Unschuldsvermutung im beginnenden Verfahren gilt kaum noch, die Sächsische Zeitung beschrieb E. bereits als „Linksextremistin“ – noch bevor das Verfahren begann.

Zu Beginn der Verhandlung schwiegen alle Beschuldigten. Auch der erste Zeuge, ein bekannter Leipziger Rechtsextremist und Nebenkläger, konnte nicht vernommen werden. Der Prozess geht noch bis Ende des Jahres, Zusatztermine bis März 2022 sind bereits eingeplant.

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