Alex hat eine Regenbogenflagge am Heckspoiler. Ich kenne Alex nicht, weiß nicht, ob das sein richtiger Name ist, weiß nur, dass er sich im Spiel so nennt. Vielleicht kommt es mir nur so vor – aber passt er mir den Ball nicht öfter zu als anderen Mitspielern? Fährt er nicht besonders lange neben mir her, auf dem Weg zum gegnerischen Tor? Das mag alles Einbildung sein. Doch es freut mich, dass Alex in meinem Team ist, und ich freue mich besonders, wenn er ein Tor für uns schießt. Das alles wegen der Farben auf der Flagge, die er sich ans virtuelle Auto geheftet hat.

Es ist wieder Pride Month. Ein Monat, in dem vor allem in den USA der LGBTQI-Community gedacht wird. Am 28. Juni 1969 wurden in der queeren Bar „Stonewall Inn“ in der Christopher Street in New York Kontrollen von der Polizei durchgeführt – wie schon viele Male zuvor. Es war ein Merkmal der Unterdrückung queerer Menschen. Doch an diesem Tag gab es einen Aufstand – Steine flogen, über 2000 Menschen gingen auf die Straße, skandierten „Gay Power“. Deswegen finden heute noch die Umzüge während des Pride Month statt – in Deutschland sind es die Christopher Street Days, die in verschiedenen Städten von Juni bis August stattfinden. Auch Videospielfirmen zeigen in ihren Titeln im Juni immer häufiger Flagge. Ich habe ein paar dieser Spiele ausprobiert und möchte beschreiben, was ich als queerer Mensch dabei erlebt habe – was bringen mir diese Pride-Month-Events in Videospielen, die ja eigentlich auch mich repräsentieren sollen?

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