Berlin - Als Sunny Müllers Leben eine neue Wendung nimmt, sitzt sie bei ihrer Mutter in West-Berlin auf dem Sofa. Sie ist damals zehn Jahre alt. Ihr Vater ist auch da – das ist ein schlechtes Zeichen. Ihre Eltern haben sich getrennt, da war die kleine Sunny ein Jahr alt. Seitdem haben sie nicht mehr viel miteinander zu tun. Wenn ihr Vater in die Wohnung kommt, muss es ernst sein: „Ich wusste sofort: Irgendetwas Schlimmes ist passiert“, erinnert sich Sunny. Sie erzählen ihr eine Geschichte, die sie lange geheim gehalten haben.

Während Sunny von früher erzählt, bugsiert sie große Papierbögen in einen Plotter, der diese lautstark auf die korrekte Größe zuschneidet. Auf dem Papier sind Züge abgebildet, Bahnhofspläne, das unendliche Labyrinth der U-Bahn-Schächte Berlins – Sunny arbeitet als Bürokauffrau für die Deutsche Bahn. Heute kommt nur ab und zu ein Auftrag rein, sie hat Zeit, sich zu unterhalten. Sunny ist 40 Jahre alt. Mit einer Haarfarbe, die leicht an einen Regenbogen erinnert, sieht sie jünger aus. Fragt man sie nach ihrer Familiengeschichte, antwortet sie direkt. Sunny ist kein Mensch, der sich verstellt.

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