Berlin - Neulich bin ich zu einer Lesung gegangen, zu der jemand mich als Zuschauerin eingeladen hatte. Weil ich davon ausging, dass ich dort niemanden kennen würde, verkleidete mich in diskretem Grau-Schwarz-Beige als Intellektuelle, damit niemand bemerkt, dass ich nicht dazugehöre, und ich vielleicht sogar neue Leute kennenlerne. Das funktionierte aber nicht.

Der, der mich eingeladen hatte, stellte mich niemandem vor. Und außer ihm kannte ich niemanden. Niemand wollte mit mir sprechen, nicht einmal er wollte das. Die jungen, wohlerzogenen, grundsympathischen Menschen deutscher Herkunft, die sich ebenfalls als Intellektuelle verkleidet hatten, standen in Grüppchen beisammen und ignorierten mich und gingen nicht weiter auf meine Gesprächsanfänge ein, denn sie kannten einander und gehörten dazu und ich eben nicht.

Lesen oder hören Sie doch weiter.

Erhalten Sie unbegrenzten Zugang zu allen B+ Artikeln der Berliner Zeitung inkl. Audio.

1 Monat kostenlos.

Danach 9,99 € im Monatsabo.

Jederzeit im Testzeitraum kündbar.

1 Monat kostenlos testen

Sie haben bereits ein Abo? Melden Sie sich an.

Doch lieber Print? Hier geht’s zum Abo Shop.