Berlin - Neulich gab es selbst gemachte Müsliriegel, die ein wenig zu lange im Ofen waren. „Nach dem Mittagessen stand ein Korb voller handgeschriebener Zettel auf dem Tisch. ‚Schmeckt nicht‘, stand da, und ‚sieht komisch aus‘, mit ganz vielen Rechtschreibfehlern. Da hab ich den Kindern gesagt, dass sie gerne konstruktiv Kritik äußern dürfen, aber bitte mit korrekter Schreibweise.“ Chiara Strobl lacht, als sie das erzählt. Im Gegensatz zu früher trifft sie das Feedback zu ihrer Arbeit heute unmittelbar, und zwar nicht von Michelin-Testern, sondern von Kindern zwischen fünf und 18 Jahren. Die Bregenzerin kocht in der Waldorfschule Mitte, die Teil ist der Initiative Kantine Zukunft. Wie sieht eine zeitgemäße Gemeinschaftsverpflegung aus, die nicht aus Tütensuppe besteht, sondern aus frischen, saisonalen, biologischen Zutaten? Die nicht aufgewärmt, sondern von Menschenhand zubereitet wird? Und trotzdem im Budget bleibt? Strobl und ihre Chefin Bettina Zehner haben für sich eine Antwort gefunden. Gekocht wird vollwertig und vegetarisch, mit Demeter-Produkten aus der Region. Ohne Zucker, mit Schale. Und, aufgepasst, liebe Eltern: Die Kinder lieben es.

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