Berlin - Sind diese meterhohen, samtig-leuchtenden Bilder, die Tamina Amadyar so meisterhaft malt, analoge Antipoden zum Einzug des Digitalen in die Kunst? Stehen sie für ein „Zurück“ zur Wahrheit des Materials – der Leinwand, der Farbe, der Anmut des Pinselstrichs? Eine Art künstlerisches Kontra zur Vortäuschung von Authentizität online? Diese Gleichung wäre zu einfach. Man muss sich das eher so vorstellen: Amadyars Kunst ist wie ein Bumerang: Irgendwann Mitte des 20. Jahrhunderts wurde er abgeworfen, zur Blütezeit des abstrakten Expressionismus, der Zeit Agnes Martins, Cy Twomblys, Ellsworth Kellys. Mit glühender Geschwindigkeit bewegt er sich auf die Erdumlaufbahn einer digitalen Zukunft zu, auf unsere Gegenwart, nur um, funkenschlagend, den Wiedereintritt auf die Erde zu inszenieren, in Form elektrisierender – analoger – Simplizität.

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