Berlin - Es gibt Menschen, bei denen könnte man sich vorstellen, dass sie ihre Sonnenbrille auch im Bett tragen. Zum Beispiel Anna Wintour, Chefredakteurin der US-Vogue, oder der Schlagersänger Heino. An ihnen scheint die Sonnenbrille wie angewachsen, auch wenn die Lichtverhältnisse nicht besonders gleißend sind. Während Heino die Brille einst wegen einer „Augengeschichte“ trug und sie nach der Heilung als sein Markenzeichen für immer aufbehielt, ist sie für Wintour eine Art Barriere zum Rest der Welt, die sie mit Blitzlicht und überflüssigen Fragen nervt. Nur in intimen Momenten lüftet die 71-Jährige die Sonnenbrille. Heino hingegen tut das nie, jedenfalls nicht in der Öffentlichkeit.

Dunkle Gläser schützen also nicht nur vor UV-Licht, sie vereiteln auch den direkten Blickkontakt. So schaffen sie Distanz und auch ein bisschen Unsicherheit beim Gegenüber. Nicht umsonst heißt es ja, die Augen seien der Spiegel zur Seele. Eine Sonnenbrillenpflicht wäre also noch übler als die Maskenpflicht für Mund und Nase, die wir derzeit erleben. Man stelle sich vor, alle mit Sonnenbrille! Die Kommunikation wäre arg gestört. Und alle würden depressiv und müde werden, denn der Serotonin-Spiegel würde aufgrund von Lichtmangel rapide sinken. Nicht auszumalen – also lieber zurück in die Realität, und zwar zunächst in die historische.

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