Berlin - Es war ein ungewöhnlich kalter Monat. Das Tiefdruckgebiet „Laurin“ stürzte Deutschland ins Schneechaos. Auf den Autobahnen entstanden lange Staus. Zehntausende Bundesbürger saßen am 22. Dezember 2001 frierend in ihren Autos fest. Just an diesem Tag legt der Bundestag die Grundlage für den Afghanistan-Einsatz. Der ehemalige Bundeskanzler Gerhard Schröder (SPD) gibt die Richtung vor: Die Internationale Sicherheitsunterstützungstruppe (ISAF) soll unter deutscher Beteiligung die neue afghanische Übergangsregierung schützen. In einem ersten Schritt sollen bis zu 1200 Soldaten der Bundeswehr nach Afghanistan entsendet werden. Im Bundestag entsteht eine hitzige Debatte. Dass dieser Einsatz 20 Jahre andauern wird, ahnen zu diesem Zeitpunkt noch die wenigsten.

Der eigentliche Afghanistankrieg startet schon früher. Bereits wenige Tage nach den Anschlägen des 11. September infiltrierten Teams des amerikanischen Geheimdienstes CIA Afghanistan, um mit den Warlords der Nordallianz die Möglichkeiten einer militärischen Zusammenarbeit zu erörtern. Teile der ehemaligen Nordallianz bilden auch heute noch die wichtigste Widerstandgruppe gegen die Taliban. Am 7. Oktober 2001 beginnen die offiziellen Kampfhandlungen. Über 44 Stunden fliegt die Luftwaffe der USA unterstützt von Großbritannien unablässig Einsätze gegen Stellungen der Taliban und Camps der Terrororganisation Al Kaida. Die Flieger werfen nicht nur Bomben, sondern auch Lebensmittelrationen ab.

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