Berlin - Vor dem Fenster ist es dunkel an diesem Oktoberabend in Berlin-Tiergarten. Nach dem Abendessen am runden Familientisch ziehen wir Frauen uns in Sonalis Kinderzimmer zurück. Sonalis aktuelle Themen seien vielleicht besser so zu besprechen, hat Judith Richter gesagt. Nun stellt sie eine kleine Leselampe auf den Teppichboden und wir liegen als Dreigestirn um ihren Schein. Betrachten die Lieblingsdinge der 11-Jährigen: ein rechteckiges Kissen aus bedrucktem Stoff. Das hat sie von der Mutter einer Freundin bekommen, der Name des Kindes ist auf ein rotes Stoffrechteck gestickt. Sie drückt das weiche Ding an sich, schiebt es sich unter den Pulli, holt es hervor, schaut es genau an. „Ich liiiiebe dieses Kissen“, juchzt Sonali leise und kichert. Ihr Talent, sich mit allen Sinnen in die Betrachtung geliebter Dinge zu versenken, fokussiert sie. Es hat damit zu tun, Halt zu finden, sich zu vergewissern in einer vertrauten Kontur. Die Konzentration, die dabei entsteht, ist ansteckend. Wir drei, Mutter, Kind und ich, die Besucherin, betrachten dieselben Dinge und kommen uns näher. Der Raum öffnet sich und wir können reden.

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