Berlin - Der Ölsardinen-Hype in Berlin hält an. In den letzten Jahren hat der Hunger nach den Fischen aus den kunstvoll gestalteten Büchsen noch zugenommen. In der Beuster Bar in Neukölln werden spanische Ortiz-Sardinen lauwarm mit Zitrone serviert, und im Feinkostgeschäft Maître Philippe in Wilmersdorf haben sie ein ganzes Sardinen-Zimmer – bis zur Decke vollgestopft mit den bunten Büchsen aus Portugal, Spanien oder Frankreich. Das alte Handwerk – in manchen Betrieben werden die Fische noch von alten Damen per Hand in die Büchsen sortiert – ist eine schöne Sache.

Aber warum importieren wir Sardinen, frisch oder in Dosen, wenn wir selber die schönsten kleinen Fische haben? Sie haben richtig gehört. Sie heißen Sprotte oder Brisling und waren früher, geräuchert, in Deutschland ein Grundnahrungsmittel. Sie schwimmen zu Milliarden an unseren eigenen Küsten in Nord- und Ostsee. Sterneköche lieben das Produkt heute mehr als die fette Sardine. Sie schwärmen regelmäßig, wie sie beim Auspacken der kleinen Holzkisten vom goldenen Glanz echter Kieler Sprotten geblendet werden.

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