Saint-Rémy-de-Provence - Ein kleiner Junge auf dem Arm seiner Mutter spielt mit deren Perlenkette. Wir schreiben 1962, die Frau heißt Jacqueline Kennedy. Amerikas First Lady hatte die Perlen in einem Department Store erworben, für wenige Dollar – das dreireihige Collier war industriell gefertigter Modeschmuck auf Glasbasis, den die Präsidentengattin zu Kostüm oder Shiftkleid trug wie Tausende andere Amerikanerinnen auch. 

Dekorativer Alltagsschmuck von nur wenig Materialwert, der zwar geliebt, aber eher nicht vererbt wurde wie echte Juwelen. Im April 1996 dürfte sich das geändert haben. Damals schnellte genau diese Kette bei Sotheby’s von 700 Dollar Grundgebot hoch auf 211.500 Dollar (noch ohne Aufgeld, das in New York mit all seinen Extrasteuern besonders happig ausfällt). Natürlich hatte das mit der Provenienz zu tun, und doch: Die Sammlerwelt horchte auf. In der Folge erschienen immer mehr jener Stücke, die wir heute „Vintage Fashion Jewelry“ nennen, in Auktionskatalogen und später auf den Vintage-Websites.

Lesen oder hören Sie doch weiter.

Erhalten Sie unbegrenzten Zugang zu allen B+ Artikeln der Berliner Zeitung inkl. Audio.

1 Monat kostenlos.

Danach 9,99 € im Monatsabo.

Jederzeit im Testzeitraum kündbar.

1 Monat kostenlos testen

Sie haben bereits ein Abo? Melden Sie sich an.

Doch lieber Print? Hier geht’s zum Abo Shop.