London - Ich versende gerne selbstgemachte Lebensmittel an Freunde und Familien. Das hat den Vorteil, dass man nicht endlos nach dem passenden Geschenk suchen muss und gleichzeitig ein Geschenk für alle herstellen kann. An Weihnachten habe ich zum Beispiel Szechuanpfeffer-Chili-Soße an meine Freunde verschenkt. Die Soße kam gut an, allerdings habe ich sie nicht in Schraubgläsern in die Pakete getan, sondern in Weckgläsern. Als die Empfänger die Pakete öffneten, dachten Sie zunächst, in dem Paket seien abgehackte Finger. Dabei war es nur ein bisschen Chiliöl.

Warum ich die Zeilen hier schreibe? Weil ich glaube, dass man eine gute Chilisoße mit Szechuanpfeffer immer im Haus haben sollte. Denn sie ist nicht nur scharf, sondern hat auch diese frische Szechuan-Note, die Zunge und Gaumen ein bisschen betäubt und leicht zitronig schmeckt. Es gibt verschiedene Sorten Szechuanpfeffer, welche, die eher rauchig, bitter und erdig schmecken,und welche, die fast wie Grapefruit-Zesten schmecken.

Und ein Chiliöl mit diesem Pfeffer (der eigentlich kein Pfeffer ist, sondern ein Vertreter der Rautengewächse) ist wirklich der vielseitigste Begleiter in der Küche. Man kann ein paar Tropfen davon über den Salat träufeln, es in eine stundenlang gekochte Wildentensuppe geben oder es als Soße zu einem herrlichen gegrillzen Entrecote servieren.

Der Phantasie sind keine Grenzen gesetzt. Probieren Sie es aus! Ich habe sehr lange nach dem perfekten Rezept gesucht. Das beste – wie ich finde – stammt von Michael Peng aus meinem Lieblingsrestaurant Hunan im Stadtteil Belgravia in London. Nirgendwo gibt es für mich klebrigeres und besseres chinesisches Essen als bei den Pengs:

Berliner Verlag
Die Wochenendausgabe

Dieser Text ist in der Wochenendausgabe der Berliner Zeitung erschienen – jeden Sonnabend am Kiosk oder hier im Abo.

Am 22. Mai 2021 im Blatt: 
Das große Glücksspezial: Berlin macht die Türen auf. Wie ist die Stimmung in der Stadt nach dem Lockdown?

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Szechuan-Chili-Soße

Zutaten für 300ml: 2 Esslöffel Szechuanpfefferkörner, gemörsert, 4 Esslöffel Chiliflocken, 2 Esslöffel Tian Mian Jiang, 2 Esslöffel Tomatenmark, 200ml Speiseöl, 1 Esslöffel Weißweinessig, 6 Esslöffel Hühnerbrühe (am besten selbstgemacht!).

Zubereitung: Geben Sie die Chiliflocken mit einem Esslöffel Öl in einen heißen Wok. Rösten Sie die Flocken, bis der Wok zu rauchen beginnt, dabei ständig umrühren. Wenn die Flocken das Öl langsam absorbieren, geben Sie mehr Öl hinzu, bis Sie eine Paste haben. Das dauert etwa fünf Minuten. Wenn die Flocken langsam dunkel werden, geben Sie den Szechuanpfeffer dazu. Nehmen Sie den Wok vom Feuer und geben drei Esslöffel Hühnerbrühe dazu. Rühren Sie gut um und reduzieren Sie die Hitze.

Geben Sie Tian Mian Jiang, Tomatenmark und den Rest der Brühe dazu und würzen Sie mit einer Prise Salz und Zucker. Sie sollten eine leicht dickliche Soße bekomen. Zum Schluss geben Sie einen Schuss Weißweinessig dazu und nehmen die Soße vom Feuer. Sie hält sich in einem Schraubglas drei Monate.

Kochbuch: Hunan. A Lifetime Of Secrets From Mr Peng’s Chines Kitchen, Random House, 2014.

Dieser Text ist in der Wochenendausgabe der Berliner Zeitung erschienen – jeden Sonnabend am Kiosk oder hier im Abo.