Berlin - Der Haubentaucher hält in seinem Schnabel einen kleinen Fisch. Unbekümmert schwimmt er zwischen mir und dem Schilf, schwimmt auf einem Brandenburger See, in dem auch ich mich treiben lasse. Es ist Sommer. Und ich fühle nichts. Trotz Haubentaucher und Wasserpflanzen, die sich geheimnisvoll um meinen Fuß legen. Trotz Softeis, Kuchen und bitterem Filterkaffee. Trotz Bücherlesen auf der Wiese. Da ist einfach nichts.

Ein Haubentaucherweibchen kommt. Im Gefieder sitzen winzige Nachkömmlinge, sie schreien nach Nahrung und fallen ins Wasser. Ich beobachte – mein Kopf dabei wie ein Krokodil zur Hälfte im Wasser, nur meine Nase über der Oberfläche. Ich beobachte sie und kann nicht aufhören, sie zu betrachten, weil diese hungrigen Winzlinge, dieser Haubentaucher, der mit seinen abstehenden Kopffedern viel zu exotisch für Brandenburg ist, warme Normalität bedeuten. Für diese vier Vögel ist alles wie immer. Und ich bin neidisch.

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