Der Präsident der Ukraine, Wolodymyr Zelensky, habe Russland und den russischen Präsidenten am Samstag dazu aufgerufen, in ernsthafte Friedensgespräche mit ihm einzutreten, so ein Bericht der New York Times. Ein Vertreter der türkischen Regierung habe mitgeteilt, dass Wladimir Putin dafür aber noch nicht bereit sei. „Zelensky möchte zwar ein Treffen, aber Putin denkt, dass die Positionen auf Führungsebene noch nicht nah genug sind“, sagte Ibrahim Kalin, Chefberater und Sprecher des türkischen Präsidenten Recep Tayyip Erdogan, in einem Interview, das die New York Times in ihrer Sonntagsausgabe zitiert.

Die Türkei spielt bei den Friedensverhandlungen zwischen der Ukraine und Russland eine entscheidende Rolle. Obwohl die Türkei Mitglied der Nato ist, wird dem türkischen Präsidenten Edogan eine persönliche Verbindung zu Putin nachgesagt. Erdogan sprach nach Angaben der New York Times am Donnerstag sowohl mit Zelensky als auch mit Putin, um sich ein Bild über ihre Positionen zu machen, so Ibrahim Kalin, der an den Telefongesprächen teilgenommen haben soll.

Irgendwann wird es ein Friedensabkommen geben

Der türkische Regierungsvertreter sagte, dass Putin nicht länger behaupte, dass man Zelensky als Präsidenten ersetzen müsse, sondern dass er „die Realität von Zelensky als Anführer des ukrainischen Volkes“ akzeptiere. Ob es ihm gefalle oder nicht. „Ich glaube, dass dieses Treffen irgendwann stattfinden wird“, sagte Kalin. „Irgendwann wird es ein Friedensabkommen geben. Natürlich möchten wir alle, dass dies eher früher als später geschieht, aber wahrscheinlich will Putin zuvor in einer starken Position sein und nicht schwach erscheinen, also nicht geschwächt durch militärische Verluste oder durch Wirtschaftssanktionen.“

Diese Zeit sei noch nicht gekommen und werde möglicherweise nicht so schnell kommen, sagte der türkische Beamte. Die Wirtschaftssanktionen hätten wahrscheinlich den größten Einfluss auf Putins Denken, sagte er laut Angaben der New York Times. Die Ukrainer wollten Verhandlungen und einen Frieden, so schnell wie möglich, auch wenn dies Putins Invasion aus der Perspektive der Nato als Erfolg aussehen lassen könnte. Die Hauptschwierigkeit werde darin bestehen, die territoriale Integrität und Souveränität der Ukraine zu wahren, die die Ukraine und ihre Verbündeten niemals opfern werden. Der Vorschlag könnte sein, zu einer Art neuem Verhandlungsprozess zu kommen, der 2015 zum Minsk-Abkommen geführt habe.