Berlin - In den Tagebüchern von Andrzej Bobkowski findet sich ein Eintrag vom Ende August 1944: Bobkowski, damals in Paris, beobachtet die jubelnden Pariser, als die Amerikaner in die Stadt einziehen. Auch Bobkowski war von Freude erfüllt, die aber schnell der Traurigkeit und Melancholie wich – im Warschauer Aufstand wurden doch gerade erst Zehntausende Zivilisten ermordet, mehrere Hunderttausend vertrieben und die Stadt wurde niedergebrannt. Das Ende der langjährigen deutschen Besatzung Europas bedeutete für den Durchschnittsbürger Frankreichs Unsicherheit, aber vor allem Freude und Erleichterung.

Auf die Frage nach dem Ende des Krieges reagieren Polen wiederum mit Melancholie. Aus einem Krankenwagen lehnt sich eine Amerikanerin hinaus und bietet Bobkowski eine Chesterfield an. Er schreibt: „Ich nahm die Zigarette und lief weg. Ich konnte doch nicht Nein sagen. Oh nein – es gibt Dinge, die sich auch mit Milliarden von Zigaretten, Konserven und anderen Geschenken nicht regeln lassen. Nein, nein und nein.“

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