Berlin - Infratest dimap hat eine Vorwahlbefragung durchgeführt und herausgefunden, dass in Berlin nur 38 Prozent der Wählerinnen und Wähler mit der Arbeit des Berliner Senats zufrieden sind. Im Vergleich mit anderen Bundesländern wäre das der zweitschlechteste Platz. 59 Prozent der Befragten gaben an, „weniger“ oder „gar nicht zufrieden“ zu sein mit der Arbeit der Berliner Politikerinnen und Politiker. Allerdings: Die Gruppe der Unzufriedenen sortierte sich ein in die Wählergruppe der Oppositionsparteien wie FDP, CDU und AfD. Aber auch Anhänger der rot-rot-grünen Regierungskoalition gaben an, nicht unbedingt zufrieden zu sein. 39 Prozent der SPD- und ebenso viele Linke-Wähler offenbarten, dass sie die Regierungsarbeit des Berliner Senats kritisch sehen. Bei den Grünen-Sympathisanten waren es immerhin 43 Prozent.

Auch die weiteren Zahlen sollten die Berliner Politik skeptisch stimmen: Nur 34 Prozent der Befragten bestätigten, dass sich Berlin positiv entwickelt. Das sind 31 Prozent weniger als noch 2o16. Außerdem gaben 66 Prozent der Befragten an, dass die Berliner Verwaltung unfähig sei. 51 Prozent waren der Auffassung, dass die wirtschaftliche Lage in Berlin „weniger gut“ oder „schlecht“ sei. Auch was die Spaltung der Gesellschaft betrifft, stimmen die Zahlen sorgenvoll: 85 Prozent der Befragten sind der Meinung, dass die Schere zwischen Arm und Reich immer weiter auseinanderdriftet. 

Bei der Politikerzufriedenheit hinsichtlich der Spitzenkandidatinnen und -Kandidaten für die Berliner Abgeordnetenhauswahlen führt die Liste SPD-Spitzenkandidatin Franziska Giffey an. 44 Prozent der Wahlberechtigten sind mit der Arbeit von Giffey zufrieden. Bei Linken-Spitzenkandidat Klaus Lederer sind es 35 Prozent, bei Sebastian Czaja von der FDP 22 Prozent und bei CDU-Politiker Kai Wegner sind es 19 Prozent. Schlusslicht der Liste ist Grünen-Spitzenkandidatin Bettina Jarasch: Nur 16 Prozent der Befragten sind mit ihrer Arbeit zufrieden. Die Zahlen basieren auf einer Online- und Telefonumfrage, die vom 20. bis 22. September 2021 unter 1.200 wahlberechtigten Berlinern durchgeführt wurde.