Berlin - Die Taliban erobern Afghanistan, Städte fallen wie Dominosteine, obwohl die Regierungstruppen viel besser ausgerüstet und ausgebildet sind und auch zahlreicher in ihrer Summe (300.000 gegenüber 80.000 Taliban-Kämpfern). Als sich die Taliban den afghanischen Städten genähert haben, haben die Regierungstruppen meist kampflos die Waffen gestreckt. Sie haben sich ergeben, sind davongelaufen und/oder haben keine Kampfbereitschaft gezeigt. Warum?

Die Medien bombardieren uns mit einer Reihe von Erklärungen. Die erste ist direkt rassistisch: Die Menschen dort sind einfach nicht reif genug für die Demokratie. Sie sehnen sich nach religiösem Fundamentalismus. Eine lächerliche Behauptung. Vor einem halben Jahrhundert war Afghanistan ein (mäßig) aufgeklärtes Land mit einer sehr starken kommunistischen Partei, die für einige Jahre die Macht übernommen hat. Das Land wurde erst später religiös-fundamentalistisch – als Reaktion auf die sowjetische Besatzung, die versuchte, den Zusammenbruch der kommunistischen Macht zu verhindern.

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