Berlin - Wer mal an einem Sonntag verkatert auf der Couch liegen möchte und Futter für das Herumlümmeln braucht, der muss zur sagenhaft spannenden Netflix-Serie „The Cecil Hotel“ greifen. Die True-Crime-Doku besteht aus vier Folgen und lebt vom „Wow!“-Effekt. 

Worum geht’s? Um das „Cecil Hotel“ in Los Angeles und seine mysteriösen Geheimnisse. Das Hotel befindet sich im Zentrum der Stadt, allerdings in ihrem gefährlichsten Teil: „Skid Row“. Gleich daneben liegt ein abgegrenztes Areal für Obdachlose – eine Art anarchische Zone. Die Obdachlosen dürfen dort auf der Straße schlafen, Drogen konsumieren, sich den Naturgesetzen hingeben – und werden dazu verleitet, das Areal nicht zu verlassen. Und gleich daneben: das Cecil Hotel. Die Nähe zum menschlichen Elend hat dazu geführt, dass die Absteige ein Hotspot für Straftäter (darunter auch Mörder) wurde. 

Die Suche gerät außer Kontrolle

Die Doku beleuchtet das Verschwinden der 21-jährigen Amerikanerin Elisa Lam. Sie hat das Hotel im Jahr 2013 besucht, als sie sich im Sommerurlaub allein auf die Reise durch die Westküste der USA machte. In LA landete sie im Cecil-Hotel, wo sie plötzlich verschwand. Die Doku erzählt, wie sich die Polizei auf die Suche macht auf Basis eines einzigen Beweises: eines Überwachungsvideos aus dem Fahrstuhl des Hotels. Darin macht die Vermisste merkwürdige Bewegungen – als wäre sie vom Teufel besessen. 

Als die Polizei sich dazu entscheidet, das Video der Öffentlichkeit zugänglich zu machen, beginnt eine Schnitzeljagd, an der eine Schar von durchgeknallten Hobbydetektiven im Internet teilnimmt. Die Doku zeigt, wie die Suche außer Kontrolle gerät. Danach mutiert das Rätsel um die junge Verschwundene zu einer menschlichen Tragödie.

Bewertung: 5 von 5 Punkten.

Die vier Folgen von „Verschwunden: Tatort Cecil Hotel“ sind auf Netflix abrufbar.

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Dieser Text ist in der Wochenendausgabe der Berliner Zeitung erschienen – jeden Samstag am Kiosk oder hier im Abo.