Berlin - Doch kein Eintrag in die Geschichtsbücher für Island. Kurz sah es nach den Wahlen am vergangenen Sonnabend so aus, als würden – erstmalig in Europa – mehr Frauen als Männer in einem Parlament vertreten sein. Doch im Althing sitzen auch diesmal mehr Parlamentarier, bei einer Nachzählung verloren drei Frauen ihr sicher geglaubtes Mandat. In den kommenden Jahren repräsentieren also 30 Frauen und 33 Männer die Menschen Islands. Frauenanteil: 47,6 Prozent. Führend auf dem Kontinent, bisheriger Spitzenreiter Schweden kommt auf „nur“ 47 Prozent.

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Am 2./3. Oktober 2021 im Blatt: 
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Auch wenn sich der Frauenanteil im Bundestag seit der jüngsten Wahl etwas verbessert hat, Deutschland ist weit von faktischer Repräsentation der Geschlechter entfernt. Weniger als 35 Prozent Frauen sind im deutschen Parlament vertreten, nur oberes Mittelfeld im weltweiten Vergleich. In den Bundestag wurden dennoch nun erstmals auch zwei trans Frauen gewählt.

Obwohl sich der Frauenanteil in Parlamenten weltweit seit 1997 verdoppelt hat, wird aktuell nur jedes vierte Mandat durch Frauen vertreten. Spitzenreiter ist Ruanda, fast zwei Drittel der Abgeordneten sind weiblich. Nach dem Genozid Anfang der 90er-Jahre erlebte das ostafrikanische Land eine starke Frauenbewegung, die gleichberechtigte politische Teilhabe von Frauen wird seitdem unter anderem durch eine Quote von 30 Prozent gefördert. Neben Ruanda gibt es aktuell nur in Kuba (53,4 %) und Nicaragua (50,6 %) eine Frauenmehrheit im Parlament.

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