Berlin - Der Wind fegte durch die leere Friedrichstraße und wirbelte zwei zerknautschte Pappbecher umher. Immerhin, hier mussten mal Menschen gewesen sein. Dunkel lag der Boulevard vor mir, als ich ihn auf Höhe Gendarmenmarkt betrat. „This town is coming like a ghost town“ von den Specials ertönte gerade jetzt über meine Kopfhörer. Ich erschauerte, machte die Musik aus und lief zügig Richtung Mitte. 

Meine Schritte hallten ein wenig zu laut auf dem feuchten Asphalt. Kein Motorengeräusch, kein Auto weit und breit. Wie auch, dieser Abschnitt zwischen Leipziger Straße und Unter den Linden war vor ein paar Monaten, Ende August, zu einer Kombination aus Fußgängerzone und Fahrradstraße erklärt worden. Ein Modellprojekt, das shoppende Flaneure anlocken und den gefühlt zwei Cafés eine Straßenbestuhlung erlauben sollte. Das hatte nicht funktioniert, schon vor der Pandemie nicht und während ihr noch weniger.

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