Sie werden es nicht glauben: Einmal ging ein junger Mann vor mir auf einer Brücke entlang, bückte sich, hob einen Ast vom Boden auf und warf ihn in den Donaukanal. Haben Sie in Berlin jemals jemanden Müll von der Straße aufheben sehen, mit Ausnahme von Pfandflaschensammlern? Offenbar greift hier dasselbe Prinzip wie bei Ryanair-Toiletten. Von wegen „Bitte hinterlassen Sie den Ort so, wie Sie ihn vorfinden möchten“: Wer gibt sich schon Mühe, wenn die hygienischen Verhältnisse bereits beim Betreten desaströs sind? In Berlin habe ich meine Kaugummis stets vom Rad aus in hohem Bogen auf die Straße gespuckt. In Wien landen sie nur an einem Ort, nämlich dem sogenannten Mistkübel. Über 19.000 gibt es in der Stadt – das etwa gleich große Hamburg hat 9000 –, und wenn einer davon überquellen sollte, wählt man die Nummer des „Misttelefons“. Wien ist eine so hinreißende Stadt.

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