Berlin - „Warto być przyzwoitym“ – „Es lohnt, anständig zu sein“. Dieser Satz begegnet einem in Polen mit einiger Regelmäßigkeit. Es ist ein Zitat Władysław Bartoszewskis: ein Lebensmotto, das heute bei Demonstrationen gegen die Regierungspartei „Recht und Gerechtigkeit“ (PiS) auf Plakaten zu lesen ist und in den politischen Grabenkämpfen im Polen der letzten sechs Jahre immer wieder aufs Neue aufgerufen wird.

So sehr die von polnischen Oppositionellen älterer Jahrgänge eingeübte Berufung auf Bartoszewski als Gewährsmann der eigenen Position wohlfeil wirkt, macht die Erinnerung an den Aufständischen, Diplomaten und einstigen Außenminister Polens doch klar: Er fehlt. Und mit ihm eine ganze Generation moralischer Autoritäten, die für die historische Erinnerung sowie für einen Aufbau durch Versöhnung einstanden. Eine Aufgabe, die ihr eigenes Vermächtnis betraf, als jene Jahrgänge, die aktiven Widerstand leisteten. Und eine Versöhnung, die jenen galt, die ihr Land überfielen und ihre Nächsten umgebracht hatten.

Lesen oder hören Sie doch weiter.

Erhalten Sie unbegrenzten Zugang zu allen B+ Artikeln der Berliner Zeitung inkl. Audio.

1 Monat kostenlos.

Danach 9,99 € im Monatsabo.

Jederzeit im Testzeitraum kündbar.

1 Monat kostenlos testen

Sie haben bereits ein Abo? Melden Sie sich an.

Doch lieber Print? Hier geht’s zum Abo Shop.