Berlin - Was ist diese Woche für Berliner Relevantes passiert? Hier der Wochenrückblick der Redaktion der Wochenendausgabe der Berliner Zeitung.

Wenn Shoppen zum Hass wird

Shoppen soll in der Regel entspannen. Wir alle mögen das lustvolle Konsumieren. Dass dies nun eher ein frustvolles werden wird, liegt nicht am Angebot des Einzelhandels, sondern an den neuen Regelungen zur Bekämpfung der Corona-Pandemie, bei denen sich Deutschland – und insbesondere Berlin – so klandestin wie chaotisch verhält. Auch durch die Hauptstadt schwappt mittlerweile die dritte Welle. Und da der Wechsel aus Lockdowns und Lockerungen zu wenig überzeugenden Ergebnissen geführt hat, will der Berliner Senat die Notbremse nicht ziehen. Anders als in Brandenburg: Dort setzt die Landesregierung aktuell die Notbremse im Corona-Lockdown durch, die in allen Kreisen und Kommunen gilt, die mit ihrem Inzidenzwert drei Tage lang über dem Hunderterwert liegen. Wie in Frankfurt an der Oder etwa, wo der Inzidenzwert bei 209 liegt (Stand: 2.4.).

Berlin will sich da freimütiger zeigen, trotz Inzidenzwert von 141 (Stand: 2.4.). Für den Einzelhandel heißt das konkret: Die Läden bleiben offen. Doch shoppen darf nur, wer einen negativen Corona-Schnelltest vorweisen kann, der vom selben Tag stammt. Dies gilt allerdings nicht in Geschäften, die systemrelevant sind und als wichtig für die Grundversorgung der Bevölkerung gelten. Für den Lebensmitteleinzelhandel, für Drogerien, Apotheken und Supermärkte muss man also auch weiterhin keinen negativen Test vorweisen.

Wer sich indes ein neues Handy kaufen oder neue Hosen zulegen will oder gar einfach nur den Drang verspürt, nach Monaten ohne Abwechslung mal durch ein Kaufhaus zu stromern, der muss sich testen lassen. Als ob das nicht nervig genug wäre, geht dies bislang zumeist nur in einem der Berliner Testzentren. Größere Geschäfte oder Shoppingmalls könnten aber bald schon selbst organisierte Tests vor Ort anbieten. Das hieße: Sie hätten gegenüber kleineren Läden im Kampf um Kundschaft einen Vorsprung. Dennoch: Die Bestimmungen sind zumutbar und verhältnismäßig. Ein Genuss wird das Einkaufen so allerdings auch in naher Zukunft nicht sein. Immerhin: Das Ende der Pandemie rückt näher. Durchhalten ist angesagt. (Marcus Weingärtner)

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Erste Mallorca-Urlauber in Quarantäne

In ein paar Jahren, sofern wir diese Pandemie in Deutschland dann endlich hinter uns gebracht haben, wird man sich fragen, wie das alles passieren konnte. Wer da wen mit Klammerbeutel geohrfeigt haben könnte, als entschieden wurde, dass mitten in der dritten Welle der Corona-Pandemie entschieden wurde, dass die Bürger dieses Landes zwar eingepfercht in einem Ferienflieger in einem Mehrstundenflug auf die spanische Insel Mallorca reisen durften, zeitgleich aber unter keinen Umständen im eigenen Land Urlaub machen sollten.

532 Verbindungen nach Mallorca

Man wird zum Ergebnis kommen, dass das Land, besser: die Menschen, die in ihrer Eigenschaft als Politiker*innen offenbar wahrnehmungsgetrübt waren in ihrer Entscheidungsfindung nach einem Jahr der Pandemie. Zwar warnte die Bundesregierung vor einer Reise auf die Balearen, das hielt aber Tausende Deutsche nicht davon ab, ihre Lieblingsinsel anzusteuern, als ob man da dem Virus entgehen könnte, wenn man nur lange genug den Kopf in den Sangria-Eimer steckt. Allein am vergangenen Wochenende waren auf der Insel 129 Flieger aus Deutschland gelandet. Nach Angaben des spanischen Flughafenbetreibers Aena soll es bis einschließlich Ostermontag 532 Verbindungen nach Mallorca geben. Wenig überraschend mussten sich die ersten deutschen Urlauber aufgrund eines positiven Corona-Testergebnisses in Hotelquarantäne begeben. Immerhin: Wer hin will, muss muss vor dem Start einen Test machen. Wer der Fluggesellschaft keinen Nachweis über ein negatives Ergebnis vorlegen kann, darf nicht in die Maschine einsteigen. Die neuen Vorgaben sind in der Nacht zu Dienstag in Kraft getreten und sollen vorerst bis einschließlich 12. Mai gelten.

Mehr Verständnis

Laut Bundesregierung handelt es sich um eine Vorsichtsmaßnahme, um eine Virusausbreitung zu vermeiden. Sie soll auch Passagiere in den Flugzeugen schützen. Dass vor Ort dann aber eventuell ganz andere Regeln gelten, ist natürlich problematisch, wie man nun am Beispiel Mallorca sieht. Ein Stück weit muss man den Menschen indes Verständnis entgegenbringen. Nach einem Jahr im Wechsel zwischen Lockdown, Homeoffice und wenig Abwechslung nimmt man wohl etwas leichtsinniger das Risiko auf sich, sich mit dem Virus zu infizieren. (Marcus Weingärtner)

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Informationschaos bei Impfterminen in Berlin

In Berlin sind momentan 11,9 Prozent der Menschen geimpft (die Zahlen beziehen sich auf Personen mit Erst- oder Zweit-Impfungen gegen Covid-19). Diese Woche hätten auch jene Personen eine Impfeinladung bekommen sollen, die die Senatsverwaltung für Gesundheit in die zweite Prioritätsgruppe eingeordnet hat. 60- bis 70-Jährige etwa, Menschen mit Autoimmunkrankheiten oder Schwerstdepressive. In meinem Bekanntenkreis gab es kuriose Zwischenfälle, die an der Logik des Berliner Impfeinladeverfahrens zweifeln lassen.

Es ist Mittwoch, der 31. März 2021. Während eine Bekannte von mir mit angeborenem Herzfehler und Multipler Sklerose seit Monaten in der Wohnung hockt, auf eine Impfeinladung wartet und von der Berliner Corona-Hotline ungenaue Informationen zu ihrem Impftermin bekommt, erhält ein Freund von mir, der aktuell eine Psychoanalyse macht (Mann, 39, körperlich kerngesund), eine Impfeinladung. Anscheinend wurde er von der Kassenärztlichen Vereinigung als Schwerstdepressiver eingeordnet. Er wundert sich, freut sich aber trotzdem und organisiert sich einen Impftermin mit seinem Wunschimpfstoff.

Meine vorerkrankte Bekannte versucht derweil, über Hotline-Anrufe und E-Mails herauszubekommen, ob sie bei der Impfeinladung vergessen wurde. Ein kafkaesker Informationsprozess beginnt, an dessen Ende kryptische E-Mails vom Landesamt für Gesundheit und Soziales (Lageso) stehen. Wenn jemand bei den Impfeinladungen möglicherweise vergessen oder falsch eingeordnet wurde, gibt es nur wenige Möglichkeiten, die Behörden über den Fehler zu informieren oder sich auszutauschen.

Die Pressestelle vom Lageso reagiert auf eine Anfrage der Berliner Zeitung mit einer verklausulierten E-Mail, in der steht, dass die Impf-Clearingstelle für Fehler und Sonderfälle zuständig ist. Immerhin: Am 1. April 2021 bekommt meine Bekannte eine Impfeinladung. Am gleichen Tag, als ein Redaktionskollege (40, Mann, kerngesund) ebenfalls eine Impfeinladung erhält. (Tomasz KurianowiczWas sind Ihre Erfahrungen zu den Berliner Impfeinladeverfahren? Schreiben Sie uns: briefe@berliner-zeitung.de

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Aldi verlässt die Markthalle Neun

Schwer zu sagen, wann das alles anfing, aber die Sache mit dem Schweinebraten, die war für viele schon ein Aufreger, mal wieder ein Aufreger, eine echte Sauerei sozusagen. Der Schweinebraten stand auf der Speisekarte des Weltrestaurants in der Markthalle Neun, ein Vierteljahrhundert lang, er stand für das alte Kreuzberg. Für Typen wie Herrn Lehmann, der im gleichnamigen Roman von Sven Regener sagte: „Wenn das okay ist, dass hier so Vollidioten bis siebzehn Uhr frühstücken, dann wird das doch wohl auch okay sein, um elf Uhr einen Schweinebraten zu bestellen.“ Mit Sauerkraut und Knödeln jederzeit genießbar.

Verabschieden von der Megastruktur

Vor zwei Jahren musste das Weltrestaurant schließen, flog der Schweinebraten von der Karte, weil die Markthallenbetreiber für ein anderes Kreuzberg stehen, für Tofu-Wan-Tans oder Reiscrêpes in Kurkumagelb, für die sogenannte Lebensmittelwende, dafür suchten sie neuen Pächter. Und über allem stand erneut die Frage: Gibt es noch ein altes Leben im neuen? Anschlussfrage: Falls ja, wie viel eigentlich noch? Seit dieser Woche steht fest, dass der in einer Ecke der Markthalle Neun beheimatete Aldi, Eingang am besten über die Pücklerstraße, ebenfalls verschwinden wird, diesmal wirklich, bis Ende April. Dann zieht dm ein, die Filiale einer Drogeriemarktkette, die besser passen soll ins Gesamtkonzept. „Uns ist bewusst“, schreiben die Betreiber, „dass der Auszug von Aldi für viele Nachbar*innen eine Veränderung der gewohnten Einkaufsroutine bedeutet.“ Man wollte sich aber von einer „Megastruktur im Lebensmittelhandel“ verabschieden und in Zukunft kleineren Geschäften Raum geben.

Arroganz der Eliten

Vor der Pandemie war die Markthalle ein Ort der Begegnungen, ein quirliger Mix aus mehr oder weniger fremden Kulturen, sie wird es irgendwann wieder werden, hoffentlich, vielleicht. Denn unklar ist mehr denn je, wer sich dort noch begegnen wird, wenn sechs Minutensteaks vom Schwein 3,99 Euro kosten bei Aldi, ein ausschließlich glückliche Tiere und bei Vollmond schlachtender Metzger aber auch mal das Zehnfache verlangen kann. Jedenfalls klingen die Befürchtungen der Anwohnerinitiativen plausibel. Sie argumentieren mit dem G-Wort und glauben, dass ein Markthallenbesuch in Zukunft mit der Dicke des Geldbeutels zusammenhängen wird. G wie Gentrifizierung. Die einen wollen kommen, die anderen müssen gehen. Der auf Bezirksbeamtendeutsch heißende „Planungsraum Lausitzer Kiez“ zählt 15.000 Einwohner, ein Viertel der Familien sind auf Sozialleistungen angewiesen. So einfach ist das alles trotzdem nicht, natürlich nicht. Es gibt in diesem jahrelang schwelenden Konflikt nicht die Guten und die Bösen. Da ist der Marktmann am Käsestand, der „Alte Milch“ verkauft und Sozialhilfeempfängern einen Rabatt von zwanzig Prozent gewährt. Und da sind die Anwohner, die eine „Halle für alle“ fordern, „Arroganz der Eliten“ vermuten und trotzdem genau wissen, dass billiges Fleisch versteckte Kosten bedeutet.

Dass ein Milliardenkonzern wie Aldi nicht immer den größten Wert legt auf regionale Kreisläufe, nachhaltiges Wirtschaften, artgerechte Tierhaltung oder faire Löhne. Die Lebensmittelwende hat den Wendekreis eines mit kaputten Bremsen fahrenden Schweinebratentransporters. (Paul Linke)

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Wie das Schiff „Ever Given“ zu einem Stück Popkultur wurde

Wie witzig kann ein Witz noch sein, wenn man ihn nacherzählen oder schlimmer: erklären will? Versuchen wir es trotzdem, später, denn erst mal die Vorgeschichte. Da kam also dieses Containerschiff, das mit seinen knapp 400 Metern schon ziemlich lang ist. Allerdings ist es nicht – wie der Name bei unrunden Englischkenntnissen vielleicht vermuten lässt – das längste, das es jemals gegeben hat auf allen Sieben Weltmeeren.

Die „Ever Given“, gestartet im chinesischen Tiefwasserhafen Yangshan, wollte also zum Frachtlöschen nach Rotterdam, und die kürzeste Reiseroute führt nun mal durch den Suezkanal. Der ist nach der Einfahrt einspurig und knapp 300 Meter breit und könnte, wirklich nur theoretisch, von sechs „Ever Given“ in präziser Parallelfahrt passiert werden.

In der Praxis jedoch blies plötzlich ein Sturm über Ägypten, und als ob sich das Schiff von seiner menschlichsten Seite zeigen wollte, drehte es sich ängstlich zur Seite, vielleicht um keinen Sand in die Bullaugen zu bekommen, was gravierende Folgen hatte. Die sind berechnet und bekannt: Blockade, Stau, gerissene Lieferketten, Milliardenverluste, die Globalisierung hatte buchstäblich den Kanal voll.

Witz in vielen Varianten

Nach sechs Tagen, und nicht nach Wochen oder gar Monaten, wie zunächst befürchtet, waren die Bergungsarbeiten beendet, die im lehmigen Sand festgefahrene „Ever Given“ am vergangenen Donnerstag wieder frei. Zurück blieb eine ob ihrer logistischen Verletzlichkeit geschockte Handelswelt und ein einsamer Bagger am Ufer, der Star der ganzen Aktion. Die Welt hat mitgefiebert, mitgefühlt, am liebsten hätte sie mitgebaggert. Und gelacht wurde natürlich auch.

Der Witz, der in der vergangenen Woche in vielen Varianten und Verfeinerungen und von schier überall in die Timelines gespült wurde, als virales und damit ansteckendes Meme, ging so: links der kleine Bagger (darüber in Großbuchstaben das Wörtchen: WIR), rechts das riesige Containerschiff (darüber: CORONA), hehe, weil wir doch immer noch so machtlos wirken im Kampf gegen ein Virus. Oder ist das etwa nicht lustig?

Memes sind die Erfindung des britischen Evolutionsbiologen Richard Dawkins, der den Begriff erstmals 1976 gebrauchte, nachdem er das altgriechische mimeme (nachahmen) zu einem Neologismus umgebaut hatte. Dawkins, und das hier ist nur eine verkürzte Wiedergabe seiner Forschungsarbeit, brauchte eben einen neuen Begriff, um ein Vererbungskonzept von Ideen zu beschreiben. Eine Meme sei „ein mundgerechtes Stück Kultur“, sagte er. Heute sagt man Snackable Content. Guten Appetit. Es gibt kein Geheimrezept, wie sich erfolgreiche Memes zubereiten ließen, aber ein paar Tipps, wie sich die Kombination als aus Bild (oder Clip) und Wort ins popkulturelle Gedächtnis einbrennen, die gibt es schon. Man nehme eine berühmte Film- oder Serienszene, etwa den gönnerhaft zuprostenden Leonardo DiCaprio alias Jay Gatsby. Oder Bart Simpson, der mal wieder die Schultafel vollschreiben muss, was er in Zukunft nicht tun soll. Klar, beliebt sind zudem Katzenbilder (Lolcats) oder Kinder (Success Kid). Oder einfach mal ein sinnfreies Beispielfoto, das zum Klassiker werden kann. Wie der „abgelenkte Boyfriend“, der seinem Blick nach zu urteilen lieber einer anderen Frau folgen würde, als mit der weiterzugehen, deren Hand er hält. Diese auf offener Einkaufsstraße abgebildete Dreieckbeziehung lässt sich beliebig in andere Kontexte übertragen. Auch in Pandemiezeiten. (Paul Linke)

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Parks in Potsdam in Gefahr

Dürreperioden und Wetterextreme machen den Parks der Stiftung Preußische Schlösser und Gärten Berlin-Brandenburg zunehmend zu schaffen. „Historische Gärten sind im Gegensatz zu anderen Kunstwerken besonders umweltabhängig“, sagte Michael Rohde, Gartendirektor der Stiftung. Von preußischen Gartenkünstlern in der Vergangenheit extra platzierte Pflanzen – als Sichtachsen konzipiert, um Landschaften zu gestalten, oder als Hingucker in den Arealen - brauchen immer mehr Hilfe.

Je nach Art, Alter und Standort reagierten sie teilweise besonders sensibel auf den klimatischen Wandel: Zu wenig oder zu viel Wasser, sehr hohe oder sehr niedrige Temperaturen, starke Winde, Pflanzenschädlinge oder veränderte Bodenverhältnisse hinterlassen Spuren. Am Ruinenberg müssen beispielsweise fast 90 abgestorbene Rotbuchen gefällt werden. Sie hatten die drei vergangenen trockenen Sommer nicht überstanden. Einige Bereiche wurden abgesperrt und sind aus Sicherheitsgründen nicht für Spaziergänger zugänglich. Jetzt muss entschieden werden, welche Bäume als Ersatz gepflanzt werden. Nicht nur in Wäldern und Landschaften werden die Auswirkungen von Wetterextremen sichtbar, so Rohde. „Auch in den historischen Gärten sind allerorts abgestorbene Bäume, Totäste, entstehende Lücken in der grünen Architektur wie auch verbrannt-gelbe Rasenflächen oder schadhafte Parkwege alljährlich wahrnehmbar.“ Es gebe viele Gefährdungspotenziale.

Auch Schädlinge machten den Pflanzen zu schaffen. Mehltau, Miniermotten und Pilze schädigten alte Kastanien, Linden und Eschen. In den Beeten machen sich Unkräuter wie Ackerschachtelhalm und Giersch wegen des Klimawandels breit. „Auch Zuwanderungen wie die Australische Wollschildlaus oder die Citrus-Mottenschildlaus werden entdeckt“, sagte Rohde. Zudem habe sich die Vegetationsperiode verlängert. Die Pflanzen und Gehölze benötigten dadurch mehr Wasser. Durch Sturmtief Xavier im Oktober 2017 verloren die Gärten der Stiftung rund 1000 große Bäume, die entwurzelt wurden. „Dadurch wurde empfindlich das Bild des Parks gestört“, so der Gartendirektor. Bis 2020 erhielt die Stiftung durch das Kulturstaatsministerium angesichts der Sturmtiefschäden und der Dürreschäden rund eine Million Euro. Totholz konnte beseitigt und Bäume konnten gefällt werden. Allein für die regelmäßige Pflege der Parkwege müssen jährlich mehr als 500.000 Euro eingeplant werden. (Marcus Weingärtner)

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Feuer in Klinik in Berlin-Zehlendorf

Zu einem schweren Unglück ist es am Karfreitag im Stadtteil Zehlendorf gekommen, wo es am frühen Morgen im Emil-von Behring-Krankenhaus gebrannt hat. Dabei ist nach Angaben vom Freitagnachmittag mindestens ein Mensch ums Leben gekommen. Fünf weitere Patienten wurden verletzt, drei davon schwer, wie ein Feuerwehrsprecher sagte. Bis zu 100 Einsatzkräfte löschten die Flammen. Sie seien rund drei Stunden lang im Einsatz gewesen, schrieb die Berliner Feuerwehr auf dem Kurznachrichtendienst Twitter. Es habe in einem Patientenzimmer im zweiten Obergeschoss der Klinik gebrannt, die Brandmeldeanlage habe gegen vier Uhr Alarm geschlagen, sagte der Feuerwehrsprecher. „Es kam auch zu einer großen Rauchentwicklung.“ Der Gebäudeteil sei evakuiert worden. Der Einsatz an der Klinik in der Walterhöferstraße habe etwa bis sieben Uhr gedauert. Die Brandursache war zunächst nicht bekannt.

Nach Angaben der Polizei müssen das nun Brandermittler untersuchen. Betroffen sei eine Station des Krankenhauses, sagte Klinikgeschäftsführer Florian Kell. Auch andere Stationen seien geräumt und die Patienten seien in andere Gebäudeteile verlegt worden. „Wir schätzen jetzt mit der Technik und der Polizei ab, welche Schäden vorliegen“, sagte Kell. (Marcus Weingärtner)