Berlin - Es gibt Romane, die sind Balsam für die Seele, weil sie dabei helfen, Schicksalsschläge beiseite zu lachen. Der Debütroman „Die Geschichte eines einfachen Mannes“ von Timon Karl Kaleyta, 1980 geboren, ist so ein Werk. Das Porträt eines Schlitzohrs, das schon von Kindesbeinen ahnt, für etwas Großes bestimmt zu sein.

Aber wer denkt das nicht, mit dem Abitur in der Tasche und dem ganzen Leben noch vor sich? Der Ich-Erzähler, aus einem Arbeiterhaushalt stammend, stellt sich auf den ersten Seiten bereits als Sonderling vor. In der Aufbruchsstimmung von 1998 outet sich der Träumer an seinem Provinzgymnasium in einer Ruhrgebietsvorstadt als Unterstützer Helmut Kohls, während seine Lehrer und Mitschüler den SPD-Sieg und den neuen Kanzler Gerhard Schröder feiern. „Ich schämte mich jedenfalls nicht, für meine Überzeugungen einzustehen, ich wollte, dass jeder in der Schule von meiner Widerständigkeit erfuhr.“ Daher auch der Ansteckpin an seinem Etui mit der Aufschrift: Ich bin für Kohl!

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