Berlin - Michael Kempf weiß, was wir im vergangenen Sommer getan haben. Wann wir den neuen Pool geflutet haben. Wann wir aufgestanden sind. Ob wir uns mit Diclofenac die müden Muskeln eingerieben haben, und vielleicht auch wieviel Kokain in Berlin konsumiert wurde. Er weiß auch noch, wann der Starkregen im vergangenen Sommer die Kanalisation zum Überlaufen brachte. Er wusste aber auch sofort, wenn es zu wenig geregnet hatte. Weil viele Leute in Brandenburg oder Köpenick dann jeden Abend ihren Rasen mit Hunderten Litern sauberem Leitungswasser wässerten.

Kempf weiß das alles, weil unser Abwasser bei ihm ankommt. Es kommt nicht bei ihm zu Hause an, sondern im Klärwerk im brandenburgischen Waßmannsdorf. Es ist eins von sechs Klärwerken der Berliner Wasserbetriebe – Europas größtem Wasserversorger – und liegt wie ein gestrandeter grauer Betonwal direkt neben der Einflugschneise des Flughafens BER. Zusammen reinigen die sechs Klärwerke jeden Tag rund 624.000 Kubikmeter Toilettenwasser, Badewasser, Regenwasser, Industriewasser, Küchenwasser.

Berliner Verlag
Die Wochenendausgabe

Dieser Text ist in der Wochenendausgabe der Berliner Zeitung erschienen – jeden Sonnabend am Kiosk oder hier im Abo.

Am 5./6. Juni 2021 im Blatt: 
Ein Porträt über Sven Marquardt: Wie der Künstler das Berghain verließ und sich im Lockdown als Fotograf neu entdeckte

Wahlen in Sachsen-Anhalt: Ein Besuch in der AfD-Hochburg Aken

Uns geht das Wasser aus! Wie Berlin und Brandenburg mit der drohenden Dürre umgeht

Die großen Food-Seiten: Eines der besten süddeutschen Restaurants in Kreuzberg. Und: Eine Portion Hass gegen den deutschen Spargel

https://berliner-zeitung.de/wochenendausgabe

Noch nie waren die Wasserstände so niedrig

Und Michael Kempf ist Herr über dieses Ensemble aus mit grauer Brühe gefüllten Becken und Röhren. Sein Auftrag ist es, täglich und langfristig den Wasserkreislauf der Hauptstadt und der ganzen Region stabil zu halten. Und diese Aufgabe wird immer schwieriger in der Hauptstadt. Denn Berlin geht immer mehr das Wasser aus.

Auch wenn es im April und Mai 2021 anders als in den vergangenen zwei Jahren mal wieder ordentlich geregnet hat, leiden Berlin und Brandenburg immer mehr unter der Dürre der vergangenen Jahre und vor allem unter dem fortschreitenden Klimawandel. Beobachten kann der Laie das vor allem an den Ufern der Brandenburger Seen. Anders als in Wald und Natur zeigt sich hier für jeden sichtbar der dramatische Wassermangel, der die Region seit Jahren im Griff hat. Auch im letzten Winter ragten Stege und Sprungtürme so weit aus dem Wasser wie nie seit Beginn der Pegel-Aufzeichnungen in den 60er-Jahren.

Noch nie waren die Wasserstände so niedrig. Hat es im langjährigen Schnitt in der Region 580 Liter auf dem Quadratmeter geregnet, waren es in den letzten fünf Jahren bis auf 2017 immer erheblich weniger. In manchen Jahren fielen höchstens 400 Liter. Das ist fast ein Drittel weniger Niederschlag.

Marcel Schwickerath
Hier reinigen bald Bakterien unser Abwasser: In Waßmannsdorf werden gerade mehrere Klärbecken neugebaut.

Das Wasser in den Berliner Seen geht zurück

Am Parsteiner See etwa, 80 Kilometer nordöstlich von Berlin, lagen vergangenen Sommer Boote auf dem Trockenen und Kinder bauten ihre Sandburgen auf dem ausgetrockneten Seeboden. Am Peetschsee im Norden von Berlin sank der Wasserspiegel zwischen 1958 und 2020 ganzjährig sogar um mehr als 90 Zentimeter.

Ähnlich schockierende Bilder liefern der Seddiner See bei Potsdam, der Straussee oder der Pastlingsee. Der 30 Hektar große Fresdorfer See, 20 Kilometer südöstlich von Berlin, war mehr als 20.000 Jahre lang ein stattlicher See. Im vergangenen Winter trocknete er ganz aus. Eine Naturkatastrophe, die nicht nur Anwohner betroffen macht.

„Das alles sind längst keine Einzelfälle mehr“, sagt der Wissenschaftler Knut Kaiser vom Deutschen Geoforschungszentrum des Helmholtz-Zentrums in Potsdam. Untermauert wird seine Aussage auch vom Landesamt für Umwelt. Die Behörde hat die Daten von 79 Seen, die größer als 50 Hektar sind, ausgewertet. Demnach weisen mehr als ein Fünftel der untersuchten 79 Seen „außergewöhnlich hohe Rückgänge“ auf.

Konsequenz des Wassermangels: Waldsterben

Laut Brandenburger Umweltministerium fielen in den letzten neun Winterhalbjahren kumuliert rund 14 Prozent weniger Niederschlag als zuvor üblich. Vor allem in Berlin, westlich von Potsdam und im Süden Brandenburgs leidet der Boden deshalb unter extremer Trockenheit, zeigt der Dürremonitor des Helmholtz-Zentrums für Umweltforschung.

Und darunter leiden nicht nur die Anrainer der betroffenen Seen, sondern es leidet die ganze Region. Denn durch die Dürre wird insgesamt zu wenig Grundwasser – das ist Regen- und Oberflächenwasser, das durch die Gesteinsschichten sickert und filtriert wird – neu gebildet. Mit fatalen Folgen: Nicht nur die Pegel der Seen sinken, auch Ernteausfälle werden häufiger und unsere Wälder trocknen aus.

Ob in Sachsen-Anhalt, Brandenburg oder im Harz, inzwischen fehlt so viel Wasser, dass der Borkenkäfer leichtes Spiel hat. Laut Waldstandsbericht 2020 des Bundesministeriums für Ernährung und Landwirtschaft sind in Deutschland noch nie so viele Bäume – vor allem Fichten – abgestorben wie im vergangenen Jahr. Insgesamt müssen mehr als 285.000 Hektar Wald in Deutschland wiederbewaldet werden. Und fällt in diesem Jahr nicht mehr Niederschlag, wird das große Waldsterben weitergehen.

Marcel Schwickerath
Ein neues Klärbecken in Waßmannsdorf

In Deutschland wurden jährlich 24 Milliarden Kubikmeter Wasser verbraucht

Die Hälfte der acht Berliner Wasserwerke förderten laut Umweltverwaltung  förderten aktuell mehr Grundwasser, als sich in ihrem Einzugsbereich neu bildet. Auch Knut Kaiser vom Helmholtz-Zentrum kennt dieses Probleme. Er hat errechnet, dass auf der überwiegenden Fläche Brandenburgs auf 50 Jahre gerechnet das Grundwasser um bis zu 1,5 Meter abgenommen hat. Der Wassermangel sei „das größte Umweltproblem, das sich in Brandenburg bereits sichtbar macht und das sich in Zukunft drastisch verstärken wird“, prognostiziert der Wissenschaftler nüchtern. „Mit sinkendem Grundwasserspiegel sinkt nun mal der Seespiegel, das ist eine naturgesetzliche Verknüpfung.“

Bei Michael Kempf in Waßmannsdorf betteln deshalb schon die ersten Bürgermeister und Kommunalpolitiker um das Wasser aus der Kläranlage. Sie wollen, dass Kempf es nicht in die Flüsse leitet, sondern direkt in ihre schwindenden Seen pumpt. „Die Begehrlichkeiten steigen und die Gemeinden kämpfen darum, unser Abwasser direkt ab Werk zu bekommen.“ Allerdings ist das rettende Wasser, das im Klärwerk aufbereitet wird, noch zu dreckig für die umliegenden Seen und Tümpel.

In Deutschland wurden laut Umweltbundesamt zuletzt jährlich 24 Milliarden Kubikmeter Wasser verbraucht. 53 Prozent des Verbrauchs entfällt dabei auf Kühlwasser für die Stromerzeugung. Rund 25 Prozent werden in Bergbau, Gewerbe und Landwirtschaft (landwirtschaftliche Beregnung 1,3 Prozent) verbraucht. Auf Haushalte und öffentliche Versorgung entfallen dabei rund 22 Prozent.

Marcel Schwickerath
Ein Kanal führt zum Klärwerk Waßmannsdorf bei Schönefeld in Brandenburg.

Die Wasserversorgung für den Berliner Speckgürtel ist akut gefährdet

Auch wenn der Anteil von Kühl- und Industriewasser in den letzten Jahren in Deutschland auch durch den Einsatz von erneuerbaren Energien deutlich gesunken ist, in Berlin wird der Wasserbedarf bis 2050 laut Hochrechnungen der Behörden noch mal um 50 Prozent steigen.

Warum? Weil jedes Jahr 40.000 Menschen in die Hauptstadt und ihren Speckgürtel ziehen. Weil Tesla nicht der einzige Konzern bleiben soll, der sich in der Nähe des neuen Flughafens niederlässt.

Das Dilemma ist nur: Der Klimawandel hat nicht nur die Nachrichten erreicht, sondern eben längst auch das Grundwasser Berlins, aus dem die Wasserbetriebe einen Großteil des Trinkwassers der Hauptstadt gewinnen.

„Das Berliner Wasser gehört zum Besten in Deutschland“, sagt Jörg Simon, der Vorstandsvorsitzende der Berliner Wasserbetriebe. Weil nur Grund- und kein Oberflächenwasser aus dem Müggelsee mehr in die Leitung komme. 95 Prozent des Wassers, das in Berliner und Brandenburger Haushalten aus dem Hahn kommt, ist Grundwasser.

Und ohne dieses Grundwasser ist die Wasserversorgung für mehr als dreieinhalb Millionen Menschen und die Seen im Berliner Speckgürtel und in vielen Teilen Brandenburgs akut gefährdet. Denn die natürlichen Wasserspeicher der Region sind bis hinauf in die sächsische Oberlausitz – einem der wichtigsten Ursprünge des Grundwassers der Region – schon jetzt bedenklich leer.

Jeder Brandenburger Einwohner nutzt im Schnitt 111 Liter Wasser am Tag

Die Talsperre Spremberg als letzter großer Spreespeicher vor Berlin ist laut dem Brandenburger Landesumweltamt zurzeit nur zu etwa 40 Prozent gefüllt. Das ist deutlich weniger als das eigentlich für diese Jahreszeit vorgesehene Minimum. Sowohl die Spree als auch Havel und Dahme führten in diesem Winter kaum die Hälfte der sonst in dieser Jahreszeit üblichen Wassermenge. Laut eines Szenarios der Berliner Senatsverwaltung sinke der Zufluss von Dahme, Spree und Havel in die Hauptstadt um 75 Prozent gegenüber vergangenen Jahrzehnten, und die Verdunstung aus den Gewässern steige um acht Prozent.

Ein Prozess, der sich in den nächsten Jahren auch wegen des Klimawandels noch verstärken wird, so glauben jedenfalls die Experten. Denn Wasserverbrauch und Verdunstung steigen in den immer längeren Trockenperioden noch an. Denn je trockener es ist, desto mehr Wasser wird in Industrie und Haushalten gebraucht. Ein Teufelskreis setzt ein. „Die Erderwärmung hat zwar ganz klar den Löwenanteil an den sinkenden Grundwasserständen“, sagt der Wissenschaftler Kaiser, allerdings senke der Mensch den Grundwasserpegel auch ganz direkt ab – durch Abpumpen und Entwässern.

Jeder Brandenburger Einwohner nutzte zuletzt zum Trinken, Waschen oder Gartenbewässern im Schnitt 111 Liter am Tag. Und in heißen, trockenen Jahren stieg der Verbrauch teilweise auf das Doppelte.

„Irgendwann brauchen wir das gereinigte Abwasser als Ressource“

Damit die Hauptstadt „flüssig“ bleibt, braucht sie vor allem die Spree. Die soll laut einer rechtlichen Vereinbarung zwischen den Ländern Berlin, Brandenburg und Sachsen laufend mindestens acht Kubikmeter pro Sekunde in die Hauptstadt bringen. Tatsächlich schafft sie das in den Sommermonaten seit Jahren allerdings kaum noch. „Keiner hat damit gerechnet, dass der Klimawandel so schnell über uns hereinbricht“, sagt auch der Klärwerkschef Kempf.

Mit seinem Betrieb kämpft Kempf an der Frontlinie des Klimawandels einen Kampf gegen den Wassermangel. Denn das noch sauberer aufbereitete Wasser aus seinem Klärwerk soll nicht mit den Flüssen aus der Region fließen, sondern direkt in der Region Pegelstände und Grundwasser stabilisieren.

„Irgendwann brauchen wir das gereinigte Abwasser als Ressource hier bei uns, dann muss es noch sauberer sein als heute“, sagt Kempf, der sich im Studium der Versorgungs- und Energietechnik mit dem Spülverhalten beim Toilettengang beschäftigte, 1984 bei den Wasserbetrieben anfing, deren Teilprivatisierung 1999 er ebenso wie die Rekommunalisierung nach dem Volksentscheid 2013 miterlebte.

Der Bau von neuen Klärwerken

Kempfs Vorbilder sind Rudolf Virchow und James Hobrecht. Die Wissenschaftler sind seine Helden, weil sie in den 1970er-Jahren des 19. Jahrhunderts erstmals damit begannen, das Abwasser aus der Hauptstadt herauszuleiten. Zu einer Zeit, als sich die Herren im Berliner Schauspielhaus in der Pause noch in einem Bottich erleichterten, den die Nachtammen im Schutze der Dunkelheit einfach in die Spree kippten.

Kempf steht an diesem Tag in seinem Büro in Waßmannsdorf, hinter ihm hängt eine Drohnenaufnahme des Klärwerks an der Wand. Es wurde unter völlig anderen Umständen in der Nachwende-Euphorie geplant, als sie im Senat den kühnen Prognosen aufgesessen waren, dass schon bald sechs Millionen Menschen Trinkwasser brauchen würden. Das Bild sieht so aus, als ob der Anlage ein Lungenflügel fehlte, den man dann doch nicht mehr gebraucht hatte. Eine Hybris, die sich heute unter anderen Vorzeichen bald auszahlen könnte.

Schaut Michael Kempf heute von der Firmenterrasse über das Gelände, dann sieht er eine Großbaustelle. Eine halbe Milliarde Euro verbauen die Wasserbetriebe hier gerade. Weil die Bevölkerung Berlins mit 20 Jahren Verzögerung dann doch noch angewachsen ist. Jetzt bekommt das Klärwerk doch noch zwei neue Abwasserreinigungslinien und dazu noch einen Mischspeicher für 50.000 Kubikmeter Wasser. Der Klotz ist so groß wie ein Ikea-Markt und eine Art Wasserparkplatz, der bei Starkregen überschüssiges Wasser aufnehmen soll, damit das nicht die Kloake der Stadt zum Überlaufen bringt und weil die Mikroorganismen der Klärwerke nicht so schnell arbeiten können, wie das Dreckswasser durch die Druckrohre der Kanalisation nachkommt.

Klärwerkwasser zum Trinken

Die Bauarbeiten für eine vierte und fünfte Reinigungsstufe für Flockungsfiltration und Ozonierung, mit der dann auch Phosphor und Stickstoff weiter gereinigt werden können, sind aktuell in vollem Gang. „Als ich angefangen habe vor 37 Jahren, hat man ja gerade erst angefangen, sich überhaupt mit Phosphorabbau zu beschäftigen“, sagt Kempf.

Noch wird ein Teil des Berliner Abwassers hier in Waßmannsdorf in drei Stufen gereinigt, bevor es in den Teltow-Kanal gepumpt wird, Richtung Nord- und Ostsee fließt – und damit für immer den Wasserkreislauf der Region verlässt – oder teilweise ins Grundwasser zurück versickert und dort von Gesteinsschichten filtriert wird. In Zukunft soll sich das ändern. Denn dann soll sauberes Wasser aus Waßmannsdorf zurück in die Seen der Region fließen. Und – das ist noch mehr Utopie als Realität – vielleicht einmal in Trinkwasserqualität zurück in die Wasserleitungen nach Berlin.

In Waßmannsdorf fangen erst riesige Rechen und Sandfänge in den Absatzbecken alles Grobe ab, bevor sich Mikroorganismen biologisch zu 97 Prozent abbauen. Läuft man über die Gitter der Klärbecken, kann man den Bakterien zuschauen bei der Arbeit. Überall brodelt und blubbert es. Schließt man Augen und vor allem die Nase, wähnt man sich am Meer, weil sich die Möwen bis hierher verirren und sich an den letzten Nährstoffen der Berliner Kloake laben. Im Sommer sprießen aus den Baufugen angeblich sogar Tomatenpflanzen, sagt Kempf. Dr. No aus James Bond hätte seine helle Freude an dem Gebräu, wenn er seinen Gegenspieler von der Bildfläche verschwinden lassen müsste. „Hier haben die Bakterien so viel Sauerstoff verzehrt, da gehen Sie unter wie ein Stein“, sagt Kempf.

Bald also wird Kempf in seinem Klärwerk das Abwasser in fünf Stufen reinigen müssen, irgendwann, wenn es Senat und Aufsichtsrat beschließen, werden es sieben sein. Im Klärwerk Schönerlinde entsteht schon eine Anlage zur Entfernung von Spurenstoffen, etwa zur Reinigung von Medikamentenresten. In Ruhleben eine UV-Filteranlage. „Irgendwann wird unser Wasser so sauber sein, dass ich es Ihnen direkt zum Trinken anbieten kann“, sagt Kempf. „Neulich haben wir am Klärwerk in Schönerlinde schon mal Bier daraus gebraut.“

Die Berliner Senatsverwaltung reagierte kürzlich deutlich verspätet auf die neuen Bedingungen. Ihr „Wasserversorgungskonzept 2040“ stammt aus dem Jahr 2008. Im Senat ahnte man damals noch nicht, dass Dürre- und Hitzerekorde die Wasserversorgung auf eine harte Probe stellen würde. Jetzt soll mit einem neuen „Masterplan Wasser“ ein neues Konzept ausgearbeitet werden, demnächst sollen sich Senat und Abgeordnetenhaus damit beschäftigen. Darin sollen Klär- und Wasserwerken eine entscheidende Rolle zur Lösung des Problems zukommen. „Wir wollen vorbereitet sein auch auf möglicherweise extreme Bedingungen für die Berliner Wasserwirtschaft“, sagte Umweltstaatssekretär Stefan Tidow (Grüne) kürzlich dem Tagesspiegel.

Und der Politiker räumt ein, dass Berlin das Problem neben reinem „Wassersparen“ (Es gehe ums Bewusstsein!) durch eigene Konzepte lösen müsse: „Die Zeiten, in denen wir uns über eine Fernwasserleitung Wasser aus anderen Regionen ziehen konnten, sind vorbei“, sagt Tidow. Die Wasserrechte etwa im Harz „haben sich inzwischen andere gesichert“. Für Michael Kempf und die anderen Klärwerksbetreiber wird also noch viel zu tun sein in Zukunft. Ob das allerdings ausreicht, um die Lage für die Zukunft zu stabilisieren, ist ungewiss.

Dieser Text ist in der Wochenendausgabe der Berliner Zeitung erschienen – jeden Sonnabend am Kiosk oder hier im Abo.