Mein erster Gang ins Kino war eine Enttäuschung. Ich war vielleicht zehn, mein Vater führte meine Schwester und mich in die Kamera auf der Brückenstraße in unserer Heimatstadt. Hier lief an diesem Sonntagvormittag „Die Wüste lebt“ von Walt Disney. Ich hatte auf Donald Duck oder Micky Maus gehofft; stattdessen musste ich Kakteen dabei zusehen, wie sie dank eines seltenen Regengusses in ihrem trockenen Lebensraum im Zeitraffer erblühten. Eine Zeitlang hoffte ich, das sei ein Vorfilm, dann war ich enttäuscht. Mein Interesse am Kino, kaum erwacht, hätte an diesem Tag sterben können. Aber es ist ganz anders gekommen. Ich liebe das Kino und glaube an sein ewiges Leben, auch wenn es in diesen Zeiten von Corona und Streamingdiensten gefährdet scheint wie nie und manche schon seinen endgültigen Untergang voraussagen.

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