Ich verstehe nicht, warum so viele Berliner über Neujahr die Stadt verlassen. Was wollen die alle in Neapel? In Wien? Oder schlimmer noch, in einer FeWo in Brandenburg? Wie kommen die auf die Idee, dass ein Raclette auf dem Land mehr Sinn macht als Apokalypse in Berlin? Haben die alle nicht verstanden, dass man über Silvester hierbleiben muss, um den eigentlichen Geist der Stadt zu spüren? Die tolle Endzeitstimmung, das romantische Licht, das durch die Altbaufenster fällt, wenn auf der anderen Straßenseite ein Auto ausbrennt. Diese Leute, denen Berlin über Silvester „zu stressig“ ist, die ihre Karren vorsorglich in der Tiefgarage stapeln und dann das Land verlassen, um es sich dieses Jahr einen „gemütlichen Abend“ zu machen, sind mir zuwider. Die haben diese Stadt nicht verdient. Als ob es in den letzten zwei Jahren nicht schon genug gemütliche Abende gegeben hätte.

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