Berlin - Eine Taube fliegt durch die Mitte des Klassenzimmers. Dahinter sitzt eine Gruppe Leute vor einer Tafel mit hebräischen Schriftzeichen. Sie blättern in Texten, schauen gebannt auf ihre Laptops. Verweist die Taube in diesem Bild des Fotografen Frédéric Brenner auf den denkwürdigen Titel „Zerheilen“ des Auftakts zur Reiche „Chewruta“ (Freundschaft) im Jüdischen Museum Berlin?

Der Titel wirkt jedenfalls wie ein denkwürdiger Hybrid aus „Zerstören“ und „Heilen“, wobei die wuchtige Semantik des „Zer-“ hier wie per Flügelschlag in ein zartes Verb umgedeutet wird. Im Zentrum dieser ersten Veranstaltung der Chewruta-Reihe steht das Thema „Gedächtnis/Ort“. 

Anhand von Texten von Barbara Honigmann, Pierre Nora und anderen diskutieren Yemima Hadad, Netanel Olhoeft, Dekel Peretz und Barbara Steiner mit dem Publikum darüber, was ein Ortsgedächtnis sein könnte und inwiefern Orte durch Gedächtnis geprägt sind.

Der Runde Tisch der „Chewruta“ steht dabei auf keiner Bühne, sondern im Zentrum des Raums.  So sollen Besucherinnen und Besucher Zugang erhalten, aktiv mitzudiskutieren. 

Chewruta: Zerheilen, Eine Einladung zum gemeinsamen Lernen. Am 06. Oktober, 19.30 Uhr, im Jüdischen Museum Berlin, Lindenstraße 9-14. Anmeldung unter: www.jmberlin.de