Russland hat die Ukraine angegriffen und eine völkerrechtswidrige Invasion gestartet. Europa hat mit ersten Sanktionen geantwortet. Noch ist nicht abzusehen, wie lange der Krieg andauern und wie viele Menschenleben er kosten wird. Auf diplomatischer Ebene ringt die Welt um eine Lösung, um den russischen Staatspräsidenten Wladimir Putin an den Verhandlungstisch zurückzuholen und die Invasion zu beenden. Niemand weiß, welcher Weg der richtige ist. Wirtschaftssanktionen? Militärische Unterstützung für die Ukraine? Weitere Gesprächsangebote an Russland?

Die Not der Ukrainerinnen und Ukrainer ist groß. Viele von ihnen fliehen jetzt aus ihren Wohnungen und Städten, um im Ausland Schutz zu suchen. Andere bleiben, kämpfen oder verharren in ihren Heimatorten. Wie können wir diesen Menschen jetzt helfen? Der Historiker Timothy Snyder hat in seinem letzten Beitrag beim Newsletter-Dienst Substack einige Organisationen genannt, die man finanziell unterstützen kann.

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Er schreibt: „Die Ukraine wurde von Russland überfallen. Den ganzen Tag fragen mich Leute, was man tun kann. Man kann etwa seine Solidarität zeigen oder Organisationen finanziell unterstützen. Es wird den Krieg nicht stoppen. Aber es hilft den Ukrainern, sich selbst zu helfen. Und es könnte Leben retten.“ Die Ukraine sei kein reiches Land, schreibt Snyder. Der durchschnittliche Haushalt verdiene weniger als 6000 Euro im Jahr. „Ein wenig Geld, das in die richtige Richtung geschickt wird, kann einen bedeutenden Unterschied machen. Und es könnte uns Menschen im Westen das Gefühl geben, dass wir im richtigen Moment das Richtige getan haben.“

Dann heißt es weiter: „Russland und die Ukraine unterscheiden sich in vielerlei Hinsicht. Russland ist ein militarisiertes Land, das seine Einnahmen für Waffen ausgibt und regelmäßig über seine Grenzen hinaus interveniert. Die Ukraine hat zwar Streitkräfte, aber viel weniger Waffen. Russland ist ein zentralisierter Staat und wird von einer Person kontrolliert (wir sehen das Ergebnis). Die Ukraine wird dezentral regiert. Die ukrainische Armee wird teilweise durch Crowdfunding finanziert. Jeder hat andere Werte, und deshalb nenne ich hier eine Bandbreite von Organisationen, die man unterstützen kann.“ Hier die sieben Organisationen, die Snyder zufolge sinnvolle Arbeit leisten:

Eine NGO, die lebensrettende Ausrüstung für ukrainische Soldaten besorgt: https://savelife.in.ua/en/donate

Ärzte, die an vorderster Front arbeiten: https://www.facebook.com/hospitallers/posts/2953630548255167

Die Ukrainische Frauen-Veteranenbewegung: https://www.uwvm.org.ua/?page_id=3437&lang=en

Eine NGO, die Binnenflüchtlinge unterstützt: https://unitedhelpukraine.org/

Eine NGO, die ukrainische Flüchtlinge unterstützt, insbesondere von der Krim: https://www.peaceinsight.org/en/organisations/crimea-sos/?location=ukraine&theme

Eine NGO, die traumatisierten Kindern hilft: https://voices.org.ua/en/

Eine Stiftung, die Gesundheitsversorgung und Bildung in der Ostukraine unterstützt: https://razomforukraine.org/projects/zhadan/

Dieser Text ist in der Wochenendausgabe der Berliner Zeitung erschienen – jeden Sonnabend am Kiosk oder hier im Abo.