Berlin - Es ist ein Sonntag im Oktober 2020. Der 1. FC Union tritt zum Abendspiel beim FC Schalke 04 an. Es ist der vierte Spieltag. Die Gelsenkirchener ahnen auch nach drei Niederlagen bei 1:15 Toren noch nicht, welch beispiellose Krisensaison ihnen bevorsteht. Und bei Union und Innenverteidiger Marvin Friedrich keimt nach dem 4:0-Sieg gegen Mainz 05 in der Vorwoche die Hoffnung auf, dass die laufende Spielzeit richtig Spaß machen könnte. In der 55. Minute flankt Union-Kapitän Christopher Trimmel nach einen Eckball noch einmal in den Strafraum. Marvin Friedrich reagiert am kurzen Eck schneller als sein Gegenspieler Matija Nastasic. Und köpft den Ball zur verdienten Führung ein.

Der 25-Jährige jubelt an diesem Tag nicht, vor allem aus Respekt gegenüber seinem Jugendverein. Friedrich findet das selbstverständlich, wie er nach dem Spiel sagen wird. „Ausgerechnet Friedrich, der jahrelang in der ‚Knappenschmiede‘ ausgebildet wurde“, sagt TV-Kommentator Max Siebald nach dem Tor. Es ist ein Schlüsselmoment in Friedrichs noch junger Karriere. Ein Moment, in dem Vergangenheit auf Gegenwart trifft. Es ist der eine Moment, in dem sich alles bezahlt macht, was er in den letzten 15 Jahren aufgebracht, eingesteckt, gelernt hat.

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