Berlin - „Ich fühle Luft von anderen Planeten“, heißt es in einer Zeile Stefan Georges, die Arnold Schönberg in seinem zweiten Streichquartett vertonte – ein Text, der auch die Abkopplung abendländischer Musik von funktionaler Harmonie verdeutlichen sollte. Hier in diesem abgedunkelten Raum riecht man es zuerst: ein Duft, der süßlich, vertraut und auch etwas bedrohlich aus einem runden Loch in der weißen Wand kommt, hinter der „Inexistence“ beginnt eine neue Ausstellung des französischen Künstlers Etienne Chambaud bei Esther Schipper. 

Das Licht, das aus demselben Loch dringt, wirkt wie ein sonnenartiges Einfallstor, ausgesendet von einem anderen Planeten. Es ist die primäre Beleuchtungsquelle der Galerie. Die anderen drei sind hängende Leuchtkästen (eine Installation namens „Models from Afar“), die das sorgfältig programmierte Licht anderer Planeten ausstrahlen. Einer von ihnen stellt einen Tag auf dem Mars im Jahr 1492 nach, der zweite eine Bucht in Kanada, bevor sie von weißen Siedlern kolonisiert wurde, der dritte den Himmel über Alexander dem Großen, wie er in einem mittelalterlichen deutschen Gemälde dargestellt ist.

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