Berlin - Als die Lichter ausgingen im Festsaal Kreuzberg, drehten die Leute durch. Männer, Frauen, sie kreischten und schrien, denn sie wussten, was jetzt kommen würde. Das Duell, auf das sie alle gewartet, für das sie 25 Euro Eintritt bezahlt hatten. Es war der Abend des 3. Januar 2020. Es sind Bilder wie aus einer anderen Welt. Einer Welt, in der Menschen gegen Menschen kämpfen. Und noch nicht gegen ein Virus.

Während draußen die Stadt gefror, lief drinnen der Schweiß, kochte die Stimmung. Auf dem Siedepunkt setzte der HipHop-Beat ein, zuckten orangefarbene Lichtkegel durch die Halle, dann endlich betrat Senza Volto die Bühne. Kampfname: „The French Senzation“. Kampfgewicht: 80 Kilogramm. Der Wrestler trug eine schwarze, mit Goldglitter verschnörkelte Maske, sein Markenzeichen. Wie eine irre Variation des Marvel-Superhelden Black Panther marschierte er durch die Menge zum Ring, klatschte jubelnde und filmende Fans ab, ehe er auf die Ringseile kletterte, die Arme ausbreitete, stolz seine muskulöse und großzügig eingeölte Brust präsentierte. Gute Show. Ich war dabei. Es roch nach Bier und Kunstnebel.

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