Viele von uns haben sich in der Frühpubertät weggeträumt aus dem eigenen Leben, bei zunehmenden Querelen mit dem Elternhaus aus demselben in eine tollere Familie, vielleicht sogar blaublütig. Durch Zufall würde entdeckt, dass man gar nicht der Spross seiner nervigen Eltern ist, sondern von blauem Blut, vertauscht nach der Geburt von einer rachsüchtigen Amme und in Zukunft mindestens Prinz oder Prinzessin eines irren Landes ohne Schule und andere Zumutungen in der an Zumutungen reichen Zeit zwischen 12 und 18 Jahren.

In dieser Hormonhölle befindet sich auch der schwedische Schüler Wilhelm in der Serie „Young Royals“. Seine Eltern nerven, sein großer Bruder ist ein leuchtendes Beispiel an Pflichterfüllung, während Wilhelm (Edvin Ryding) noch die Pickel das Gesicht verzieren. Dazu kommt diese immense Wut, die flott bei Discoprügeleien ausgelebt wird, dutzendfach dokumentiert in den sozialen Netzwerken. Ein typisches Teenagerleben in der Hormonhölle also, wäre da nicht noch der erschwerende Umstand, dass Wilhelms Eltern der König und die Königin von Schweden sind und Raufereien in diesen Kreisen nicht mit Hausarrest bestraft werden, sondern mit Pressekonferenzen voll reumütiger Bekundungen, in denen Mutti einem dann auch noch coram publico auf die Finger haut.

Lesen oder hören Sie doch weiter.

Erhalten Sie unbegrenzten Zugang zu allen B+ Artikeln der Berliner Zeitung inkl. Audio.

1 Monat kostenlos.

Danach 9,99 € im Monatsabo.

Jederzeit im Testzeitraum kündbar.

1 Monat kostenlos testen

Sie haben bereits ein Abo? Melden Sie sich an.

Doch lieber Print? Hier geht’s zum Abo Shop.