Wolfgang Hoppe ist es gewohnt, daß er alle Jahre wieder im Winter im Mittelpunkt des öffentlichen Interesses steht. Schließlich ist der 38jährige Oberhofer der erfolgreichste deutsche Bob-Pilot, fuhr zwei Olympiasiege und sechs Weltmeistertitel nach Hause. Über die jüngsten Schlagzeilen zu seiner Person dürfte Hoppe allerdings wenig erfreut sein. Wieder einmal geistert sein Name im Zusammenhang mit der Stasi durch die Medien. Das Verwaltungsgericht in Meiningen wies gestern die Klage des Bob-Sportlers gegen seine Entlassung als Zeitsoldat aus der Sportfördergruppe der Bundeswehr zurück. Hoppe war dort 1993 gekündigt worden, nachdem er - verspätet zwar, aber freiwillig - seine Kontakte zur Staatssicherheit öffentlich bekannte. Eine unverständliche Entscheidung, so Hoppe. Er habe nur Fachinformationen zum Sport weitergegeben und anderen Personen nicht geschadet. Vielleicht auch deswegen stufte das MfS 1985 die Zusammenarbeit mit Hoppe als "fruchtlos" ein und löste den Kontakt.Ungeachtet der Diskussion um die Stasi-Vergangenheit des gebürtigen Apoldaers blieb seine Popularität in all den Jahren, vor allem in Ostdeutschland, ungebrochen. Der einstige Fußballer und erfolgreiche Zehnkämpfer wechselte 1981 zum Bobsport nach Oberhof und startete seine Karriere im Eiskanal. Eine Karriere, die auch die Wende 1989 überstand. Zwar blieben in jüngster Zeit die ganz großen Erfolge aus. Doch mit dem Gewinn der Bronzmedaille im Vierer-Bob bei den Winterspielen in Lillehammer 1994 bewies Hoppe, daß mit ihm noch zu rechnen ist. Und dennoch: Hoppe plagten vor der jetzigen Saison Zukunftsängste. Der Bob-Plot hatte einen Sponsorenvertrag mit der Verbundnetz Gas AG platzenlassen, ohne einen neuen Geldgeber gefunden zu haben. Der Thüringer malt seine Zukunft in düsteren Farben: "Wie lange können wir uns überhaupt noch etwas zum Essen kaufen? Ich weiß es nicht." +++