Fast 18 Jahre nach den ersten Planungen, zehn Jahre nach dem ersten Spatenstich wurde am Freitag feierlich der Grundstein für das Zoofenster gelegt. Der 118 Meter hohe Wolkenkratzer gegenüber dem Bahnhof Zoo soll Ende 2011 fertig sein. Einziehen wird mit dem Waldorf Astoria ein Hilton-Hotel der Premiumklasse. Es belegt mit 242 Zimmern und Suiten die ersten 15 Etagen. Aber auch Wohnungen, Büros und Geschäfte wird es in dem 32-geschossigen Gebäude geben."Auf diese Grundsteinlegung haben wir lange gewartet", sagte Charlottenburg-Wilmersdorfs Bezirksbürgermeisterin Monika Thiemen (SPD). Die jahrelang durch Poster verhängte Baugrube sei ein großes Ärgernis in der City-West gewesen. Dass sie jetzt verschwinde und das erste Waldorf Astoria in Deutschland dort entstehe, sei eine mehr als gute Nachricht: "Es ist ein großer Schub nach vorn für die City-West." Schon Monate vor der Grundsteinlegung wurde an der Hardenberg- straße/Ecke Kantstraße gebaut. Das Fundament für das Hochhaus, das nach einem Entwurf des Frankfurter Architekten Christoph Mäckler gebaut wird, steht. Auch die drei Tiefgeschosse sind weitgehend fertig gestellt. Ab jetzt wird es in die Höhe gehen - ein Kran steht bereit. Doch nicht nur das: In den nächsten Tagen wird für das Projekt auch ein Teils des benachbarten Schimmelpfeng-Hauses abgerissen.In den Zylinder, der in den Grundstein eingelassen wurde, kamen neben Münzen und aktuellen Tageszeitungen auch eine Flagge der Vereinigten Arabischen Emirate und ein Fläschchen mit Wüstensand. Denn die Zoofenster-Investoren kommen aus Abu Dhabi. Rund 180 Millionen Euro bringt der Immobilienfonds Harvest für das Zoofenster auf. Projektentwickler Patrice Brunet von Swans Operation Ltd. sagte: "Wir sind sehr stolz und froh, in Berlin arbeiten zu können."Baustadtrat Klaus-Dieter Gröhler (CDU) verweist darauf, dass rund um den Bahnhof Zoo in den nächsten Jahren Bauprojekte im Umfang von rund einer Milliarde Euro verwirklicht werden sollen: "Das Zoofenster wird die Initialzündung für die Investoren sein." Deshalb fechten ihn auch Meldungen nicht an, dass die Finanzierung für das geplante 175 Meter hohe Aussichtsrad am Zoo noch nicht völlig gesichert ist: "Wir gehen davon aus, dass der Investor weitere alternative Finanzierungsmöglichkeiten sucht", sagt Gröhler. Nach Ostern würden die Verhandlungen zum städtebaulichen Vertrag beginnen. Auch Wolfgang Hummel, Chef der Investorenleitstelle bei der Bauverwaltung, zeigt sich optimistisch: "Wir gehen davon aus, dass das Projekt realisiert wird."Dass die City-West bei Investoren gefragt ist, zeigte sich am Freitag auch an der Lentzeallee in Schmargendorf. Dort stellte die Groth Gruppe und die Hochtief Construction AG FormArt ihre Pläne für ein Wohnquartier im englischen Townhouse-Stil vor. Das entsteht auf einem 30 000 Quadratmeter großen Grundstück, das früher der Humboldt-Universität gehörte. Für rund 75 Millionen Euro werden bis 2010 insgesamt 64 Doppel- und Reihenhäuser gebaut, dazu 96 Miet- und Eigentumswohnungen. Der Kaufpreis pro Quadratmeter liegt zwischen 3 400 und 3 800 Euro. Klaus-Dieter Groth sagt: "Schon jetzt haben wir viele Anfragen." In der Krise sei Wohneigentum in guten Lagen sehr begehrt.------------------------------Foto: Grundsteinlegung für das Zoofenster: Die Tiefgeschosse sind schon teilweise fertig (l.). Das Gebäude soll 118 Meter hoch werden.Foto: Die Flagge der Vereinigten Arabischen Emirate kam in die Box.