Berlin - Der neue US-Präsident will einen „Gipfel der Demokratien“ einberufen. Ziel ist es, den Westen wieder zu vereinigen – dieses Mal vor allem gegen China. Schon 2019 hat die Europäische Kommission China als „systemischen Rivalen“ eingestuft. Damit wird aktiv daran gearbeitet, den liberalen antikommunistischen Grundkonsens als gemeinsame Religion des Westens wieder fest zu etablieren. Dieser Antikommunismus ist der Kern der von Antje Vollmer in dieser Zeitung so scharf kritisierten Hybris des Westens.

Beginnen wir mit dem Rückblick. Es war der Antikommunismus, der der deutschen Bourgeoisie als Legitimation diente, um sich in Hitlers Arme zu werfen. Es war der Antikommunismus, der genutzt wurde, um die spanische Republik dem Bündnis von Franco mit dem deutschen und italienischen Faschismus auszuliefern, während die „Demokratien“ neutral dem Schlachten zusahen und Stalin sich gegen linke Kräfte in Spanien wandte und sie umbrachte. Und es war der Antikommunismus, der verhinderte, dass es vor dem sogenannten Hitler-Stalin-Pakt an jenem unseligen 23. August 1939 zu einem Bündnis Frankreichs und Großbritanniens mit der Sowjetunion kam, um eine deutsche Invasion in Polen zu verhindern.

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